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Unsere Unternehmensphilosophie ist die Regionalität
Steffen Lause & Volker Dittmann, technischer Leiter und Vorstandsvorsitzender, Deutschland - 211 Vario V/P, 300 Vario
Unsere Unternehmensphilosophie ist die Regionalität

Know-how, das Früchte trägt

Die Kindelbrücker Obstbau eG baut auf 250 Hektar Äpfel an. Außerdem gedeihen hier am Rande des Thüringer Beckens Kirschen, Pflaumen, Hopfen, Erdbeeren und Spargel. Die guten Bodenbedingungen und das Klima tragen dazu bei, dass die Genossenschaft zu den größten Obst- und Spargelproduzenten in Thüringen gehört. Ihre Mitglieder setze auf Spitzentechnik im Anbau und auf Regionalität in der Vermarktung.

An den Hängen, die gleich am Dorfrand von Kindelbrück beginnen, stehen die Apfelbäume in voller Blütenpracht. Weiß und rosa leuchten sie. Von hier oben hat man eine hervorragende Aussicht über den Ort. Soweit das Auge reicht, sieht man Obstbäume. „Auf jedem der 250 Hektar Apfelplantagen unserer Obstbaugenossenschaft wachsen je nach Sorte 1.800 bis 4.200 Apfelbäume“, erklärt Steffen Lause. Dabei läuft er die Baumreihen entlang und kontrolliert die Schläuche der Tröpfchenbewässerungsanlage, die sich an den Stämmen entlang ziehen. Insgesamt sind es etwa 750.000 Apfelbäume

Und es übersteigt fast die Vorstellungskraft, will man sich die Menge, die pro Jahr von diesen Bäumen geerntet wird, auf einem Berg vorstellen: Je nach Sorte und Quartier werden pro Hektar 25 bis 56 Tonnen Äpfel geerntet, das sind etwa 10.000 Tonnen insgesamt. Jonagold, Boskoop, Elstar, Gala, Pilot, Pirella oder Golden Delicious – die klangvollen Namen stehen nur für einige der rund 14 Apfelsorten. Sie gehören zu den gegenwärtig begehrtesten. „Durchschnittlich alle 15 Jahren werden die Bäume gerodet und junge angepflanzt. Das liegt allerdings nicht an einer nachlassenden Ertragsfähigkeit. Die alten würden noch viele Jahre weiterhin eine gute Ernte bringen. Der Grund ist die Nachfrage nach neuen Sorten. Und wir müssen den Markt bedienen“, beschreibt er die ökonomischen Gesichtspunkte, nach denen sich die Genossenschaft ausrichtet.

Als Leiter der Technik ist Steffen Lause für den Fuhrpark des Unternehmens verantwortlich und somit auch für den Einsatz der Traktoren in den Obstplantagen. Dafür stehen seit 2010 ein Fendt 211 Vario P und seit gut einem Jahr ein Fendt 211 Vario F zur Verfügung. Sie ergänzen den Bestand von 16 Fendt-Schleppern der 200er-Baureihe, drei Fendt 300er und einem Großtraktor der Allgäuer Marke. Fendt-Traktoren haben in der Genossenschaft seit 1993 Tradition und werden auch im Ackerbau verwendet. Insgesamt laufen hier 22 Maschinen, die durchschnittlich 800 bis 1.300 Arbeitsstunden im Jahr leisten.

Doch die Spitzentechnik, mit der Dünge-, Pflanzenschutz-und andere Pflegemaßnahmen in den Gehölzen durchgeführt werden, reicht allein nicht aus, um den Erfolg des Unternehmens zu sichern. Darüber hinaus spielen die klimatischen und bodenspezifischen Besonderheiten eine wichtige Rolle. Schwere, mineralische Böden aus lehmigem
Ton bis tonigem Lehm und Löss, Niederschläge von 480 mm pro Jahr und eine Jahresmitteltemperatur von 9,6 Grad Celsius verleihen dem Obst vom Unterlauf der Wipper ein unverwechselbares Aroma. Der gesamte Produktionsprozess erfolgt nach den Kriterien des kontrollierten integrierten Anbaus.

Intensive Pflegemaßnahmen an den Gehölzen spielen dabei eine wichtige Rolle. Dazu gehört das Verschneiden der Triebe im Winter. Die Apfelbäume werden mit pneumatischen und elektrischen Scheren verschnitten und auf eine Höhe von 2,50 Meter begrenzt.

Bienen – unverzichtbare Helfer im Obstanbau

Unverzichtbare Helfer der Obstbauern sind die Bienen. „Wir haben viele sogenannte Wildbienenhotels aufgestellt und Verträge mit den regionalen Imkern abgeschlossen, die ihre Bienenbeuten zur Blütezeit in den Obstplantagen aufstellen“, berichtet Volker Dittmann, Vorstandsvorsitzender der Genossenschaft. Dabei zeigt er auf die zwischen den Baumreihen stehenden Bambusstangen, die mit Löchern versehen sind. Darin legen die Insekten ihre Eier ab. Wildbienen sind deshalb für den Obstanbau so wichtig, weil sie bei niedrigeren Temperaturen als die kultivierten Bienenvölker ausschwärmen. Sie sind schon bei 5 bis 6 °C unterwegs und bestäuben die Blüten, die Honigbiene aus der Imkerei dagegen erst bei etwa 10°C.

Weltweit wird die Zahl der Bienenarten auf rund 20.000 geschätzt. Davon sind in Europa etwa 700 Arten heimisch, davon wiederum etwa 500 in Deutschland. Für ein Kilo Honig müssen 4.000 Bienen den ganzen Sommer über arbeiten. In einem Bienenstock leben etwa 40.000 bis 80.000 Bienen.

Die Königin ist um ein Drittel größer als die Arbeitsbienen. Sie wird durchschnittlich sechs Jahre alt. In dieser Zeit legt sie bis zu einer Million Eier. Die Arbeitsbienen leben nur etwa sechs Wochen. Sie kümmern sich um die Jungbienen und um die Königin. Sie halten den Stock sauber, bauen Waben und suchen Futter.

In Deutschland werden derzeit von über 80.000 Imkern zirka eine Million Bienenvölker gehalten.

Kurze Wege garantieren Frische und schonen die Umwelt

„Unsere Unternehmensphilosophie ist die Regionalität“, betont der Vorsitzende. Alle Produkte tragen daher das Herkunftszeichen „Original Thüringer Qualität“. Neben dem Obstanbau werden darüber hinaus auf gut 600 Hektar Marktfrüchte und auf weiteren 80 Hektar Hopfen, Spargel und Walnüsse angebaut. Damit der Handel das gesamte Jahr über mit frischem Obst beliefert werden kann, betreibt das Unternehmen eine Lager- und Kühlhalle mit einer Kapazität von 8.000 Tonnen. Damit ist es möglich, die Abnehmer wie Edeka und Aldi auch in den Wintermonaten kontinuierlich mit frischem Obst zu beliefern. Aber nicht alle Früchte werden eingelagert. 80 Prozent der geernteten Äpfel gelangen über die Vertriebsgesellschaft Obst und Gemüsemarkt Thüringen GmbH sofort auf den Markt oder kommen im kleinen Hofladen an die Stammkundschaft.


„Kurze Wege vom Produzenten zum Verbraucher garantieren Frische und schonen die Umwelt. Das gilt für alle unsere Produkte“, macht Dittmann weiter klar. Seit 50 Jahren produziert die Genossenschaft Obst. Die Region ist dem Obstbau traditionell verbunden. Dass dieses Know-how im wahrsten Sinne des Wortes Früchte trägt, verdeutlicht die Zukunftsplanung der Genossenschaft, die ihre Flächen für den Apfelanbau auf 280 Hektar erweitern will.