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Gerd Nefzer mit seinen 3 Oscars vor seinem Fendt 900 Vario und Wall-e aus dem Film

Die Traktoren sind geländegängig, verbinden hohe Leistung mit hoher Nutzlast und das stufenlose Variogetriebe macht sie vielseitig einsetzbar

Gerd Nefzer, Nefzer Special Effects GmbH, Schwäbisch Hall, Deutschland, Fendt 933 & 939 Vario

Die Traktoren sind geländegängig, verbinden hohe Leistung mit hoher Nutzlast und das stufenlose Variogetriebe macht sie vielseitig einsetzbar

Oscar-reife Special Effects mit einem Fendt 900 Vario

50 Grad Außentemperatur in der jordanischen Wüste. Scheinwerfer flimmern, Kameras laufen, eine Windmaschine brummt laut. Mittendrin Gerd Nefzer mit seinen Fendt Traktoren.

Fünf Männer stehen stolz vor einem Fendt 900 Vario, im Hintergrund eine alte Lagerhalle

Vom Feld ans Filmset

Gerd Nefzer schlägt einen ungewöhnlichen Weg für einen ausgebildeten Agrartechniker und Landwirt ein. Seit den 1980er Jahren arbeitet er an Filmsets und kreiert Special Effects. Sein Schwiegervater legte 1968 den Grundstein für die heutige Nefzer Special Effects GmbH mit einem Verleih für Filmautos und -requisiten. Heute liefert Gerd Nefzer Technik und Ideen für Hollywoods größte Produktionen. Drei Oscars und drei British Academy Film Awards (BAFTA) hat er dafür gewonnen: für „Blade Runner 2049“, „Dune: Part One“ und „Dune: Part Two“.


Mehr zum Einsatz der Traktoren in Blade Runner 2049 oder Narnia finden Sie hier:

Für die Blockbuster „Dune: Part One“ und „Dune: Part Two“ erzeugte unter anderem ein Fendt 933 Vario Wind in der richtigen Stärke und aus der perfekten Richtung. Der gleiche Traktor half einen Raumschiffcrash in der Wüstenlandschaft von Dune zu inszenieren. Der Special Effects Experte baute aus Seilen und Umlenkrollen eine Vorrichtung, mit der der Traktor das Raumschiff präzise über die geplante Route zog – ohne selbst im Bild zu erscheinen.

Bei weiteren Produktionen ließ Nefzer Autos langsam ins Wasser sinken, erzeugte Unwetter und Explosionen oder ließ eine Kiste schweben. „Für die schwebende Kiste haben wir die Hydraulik des Fendt 933 Varios genutzt. In der Kiste war ein Hydraulikzylinder verbaut, den wir über den Fendt ansteuern konnten. So entstand der Effekt einer schwebenden Kiste", erklärt der 61-Jährige.

Warum Fendt? Die Antwort ist pragmatisch: Die Traktoren sind geländegängig, verbinden hohe Leistung mit hoher Nutzlast und das stufenlose Variogetriebe macht sie vielseitig einsetzbar. Und wenn ein Stuntman übernehmen muss? Einfach zu fahren.

Ein Fendt 900 Vario fährt am Filmset mehrmals die selbe Strecke ab.

Gleiche Szene, gleiche Spur – dank FendtONE

Ein Autocrash auf der Straße. Die Szene muss aus mehreren Perspektiven identisch aussehen – jeder Meter, jede Sekunde. Gerd Nefzer löst das mit der Spurführung in FendtONE onboard: Er legt eine Spurlinie an und fährt sie mit dem Traktor samt Auto am Seil exakt gleich ab. Einmal, zweimal, fünfmal. So entstehen keine Abweichungen, die später im Schnitt auffallen würden.


Für Hochgeschwindigkeitsszenen nutzt Nefzer einen physikalischen Trick: Umlenkrollen und Seile für eine 2:1 Übersetzung. Bei 40 km/h Traktorgeschwindigkeit erreicht das gezogene Fahrzeug 80 km/h. Das spart Kraftstoff und ist sicherer, als ein Auto tatsächlich mit 80 km/h über ein Filmset zu fahren. Das stufenlose Variogetriebe spielt dabei eine zentrale Rolle: Es beschleunigt gleichmäßig, ohne Schaltrucke. Das heißt: Keine Belastungsspitzen, keine ruckartigen Bewegungen am Seil.

Ein Fendt 933 Vario treibt eine große Windmaschine für die Blockbuster „Dune: Part One“ und „Dune: Part Two“ an.

Wind nach Drehbuch

Vier Windmaschinen hat Gerd Nefzer selbst gebaut. Angetrieben werden sie nicht wie üblich von einem Flugmotor, sondern von Fendt Traktoren zwischen 110 und 400 PS. Der Vorteil: Klassische Windmaschinen mit Flugmotor stehen oft Wochen oder Monate still, bis sie wieder gebraucht werden und sind entsprechend wartungsintensiv. „Mit unseren Fendt Traktoren ist der störungsanfällige Flugmotor überflüssig", sagt Nefzer. „Die bis zu 1,5 Tonnen schwere Windmaschine hänge ich einfach in die Dreipunkt-Aufnahme im Heck des Traktors ein." Das Variogetriebe und die Zapfwelle geben ihm die volle Kontrolle: Wie viel Wind kommt aus welcher Richtung? Stärker, schwächer, gleichmäßig? „Durch das Variogetriebe und die Zapfwelle kann ich meine Windmaschinen präzise steuern und den Wind verstärken oder abschwächen", erklärt er. Im Vergleich zum Lkw kommt ein weiterer Vorteil dazu: Der Traktor ist geländegängig – ob Wüste, Wald oder Berghang.

Ein Fendt 939 Vario steht mit einer riesigen Windmaschine auf einer Wiese.

Der 900er macht richtig Wind

Im Jahr 2025 kauft er einen neuen Fendt 939 Vario. Vorher hatte er für Aufnahmen in Ungarn einen Fendt 933 Vario gemietet. „Das hat super funktioniert, aber der Neue hat VarioDrive, über 380 PS und den Umkehrlüfter. Das hilft uns bei Einsätzen in schwierigem Gelände, wie zum Beispiel in der Wüste oder im Wald“, so Gerd Nefzer. Gerade in der Wüste zahlt sich der Umkehrlüfter aus: weniger Wartung, weniger Putzaufwand und die Gewissheit, dass die Technik auch bei extremen Bedingungen zuverlässig läuft. Die höhere Leistung bringt einen weiteren Vorteil: mehr Wind vor der Kamera.

In über 80 Tagen um die Welt

„Vermutlich sind meine Traktoren die, die am weitesten um die Welt reisen", lacht der Special Effects Experte. Je nach Drehort mietet er vor Ort oder verschifft Maschinen aus seinem eigenen Bestand. Sein Fendt 209 Vario ist sogar schon in einer Boeing-Frachtmaschine von Abu Dhabi nach Deutschland geflogen. „Aber das ist sehr aufwändig. Der Tank muss komplett leer sein und wir müssen viele Vorbereitungen treffen,", sagt Nefzer. Häufiger reisen seine Traktoren per Schiff, wie zuletzt in die Vereinigten Arabischen Emirate: Die Windmaschine kommt in einen Container, die Traktoren rollen auf eigener Achse an Bord. Das dauert manchmal deutlich länger als 80 Tage und fordert Planung weit vor der ersten Klappe.

Seinen nächsten Film hat Gerd Nefzer bereits abgedreht. Was seine Fendt Traktoren dort geleistet haben, darf er noch nicht verraten.