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Ganz einfach: Wer Fendt fährt, führt.

Anton Reetz, Lohnunternehmer Agrarservice Rügen in Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland - 1000, 900, 800, 700 Vario, Ballenpresse 4160 V

Ganz einfach: Wer Fendt fährt, führt.

Tannengrün auf Rügen

Anton Reetz zählt noch zu den jungen Wilden in seiner Branche. Erst 2012 hat er sein Lohnunternehmen, den Agrarservice Rügen, gegründet: Ein Schlepper, ein Güllefass, ein Häcksler und ein Mitarbeiter. Das war einmal. Mit dem richtigen Gespür für die Bedürfnisse der Kunden und der sorgfältigen Auswahl bei der Zusammenstellung des Maschinenparks ist der Agrarservice Rügen schon nach wenigen Jahren ein großer Player.

Nach der Ausbildung zum Landwirt hat es den Jungunternehmer zunächst ins Münsterland verschlagen. Dort bleiben wollte er auf Dauer nicht. Es sollte zurück in Richtung Heimat gehen, zusammen mit seiner Frau, irgendwohin in Mecklenburg- Vorpommern. „Dass wir damals auf Rügen gelandet sind, ist reiner Zufall. Es hätte auch die Seenplatte werden können“, erzählt Anton Reetz rückblickend. Der Traum von einem eigenen Lohnunternehmen oder landwirtschaftlichen Betrieb war immer da und ging dann auch 2013 in Erfüllung.

Ganz klein hat er auf der größten Insel Deutschlands begonnen. Der Agrarservice Rügen benötigte dazu zum Start keine große Firmenzentrale. Von Anfang an stand fest, dass Anton Reetz und die Mitarbeiter täglich auf den Feldern der Kunden unterwegs sein werden. Die Ziele des Unternehmens sind klar formuliert: ertragsorientiert, nachhaltig und qualitätsbewusst. „Was für den Agrarservice gut ist, bringt auch den Kunden und den Mitarbeitern Vorteile“, erklärt Reetz seine Philosophie. Zur Umsetzung benötigt er effizient arbeitende Maschinen, die auf dem aktuellen technischen Stand, umweltschonend und zuverlässig sind. Es muss ein positiver Eindruck beim Kunden hinterlassen werden. Das sichert nicht nur weitere Aufträge, sondern ist auch die beste Werbung für das Unternehmen. „Wir machen nur unsere Arbeit. Aber die lieben wir, und das merkt der Kunde“, beschreibt Reetz die Taktik von sich und seinen Mitarbeitern. Und diese werden immer mehr. Heute sind es schon über 20, Tendenz steigend. Das Team arbeitet hart, viel und lang. Vor allem in der Erntezeit. Und Erntezeit ist für einen Lohnunternehmer, der sich auf Feldbestellung, Gülle und Gärreste sowie Ernte und Bodenbearbeitung spezialisiert hat, ganzjährig.

Gemeinsame Abende gehören für das Team deshalb zum Arbeitsalltag. Und da wird dann auch über die Technik und die Erweiterung des Fuhrparks gesprochen. Das Team hat Mitspracherecht. Ende 2016 wurde ein „Chef-Trecker“ gesucht. Ein Pflegeschlepper, der für alle anfallenden Arbeiten auf dem Betriebsgelände eingesetzt werden kann, und den Anton Reetz auch mal für die Instandhaltung seiner Motocross- Bahn hernehmen kann. Die Entscheidung war eigentlich schon gefallen: Es sollte ein Spielzeug mit 160 PS und Frontlader werden. Doch bevor die Unterschrift unter den Vertrag gesetzt wurde, haben Frank-Carsten Kapke, Verkaufsberater Raiffeisen Technik Nord-Ost, und Daniel Wolf, Fendt Werkbeauftragter in Mecklenburg-Vorpommern, Wind davon bekommen und einen Vorführschlepper auf den Hof gestellt.

Der Fendt 514 Vario war jedoch etwas zu klein, konnte aber mit der Ausstattung und der Qualität überzeugen. So wurde der ursprünglich geplante Kauf nochmals überdacht. Das Team vom Agrarservice Rügen kam zum Entschluss, dass der Fendt 720 Vario genau die richtige Größe für den Chef hat. Der Kaufvertrag wurde unterschrieben – erstmals. Bis es im Februar 2017 zur Auslieferung kam, wurde der Vertrag noch zwei Mal geändert. Zunächst wurde bei der Ausstattung auf die ProfiPlus Ausstattungsvariante aufgestockt und dann entstand aus „Jux und Tollerei“ mit dem Team gemeinsam, wie Anton Reetz rückblickend bestätigt, die Idee, den Schlepper in der exklusiven Design-Line zu bestellen: Tannengrün in Kombination mit Chrom.

Nachdem der erste Fendt auf dem Hof war, stand die Bewährungsprobe an. Schließlich musste sich der Neuling gegen die Platzhirsche durchsetzen und bewähren. Aus dem Pflege- und Hofschlepper für den Chef wurde schnell ein wertvoller Mitarbeiter. „Jeder Trecker hat seine Stärken und Schwächen. Man muss als Unternehmer wissen, wie man diese richtig einsetzt“, räumt Reetz beim Anblick seiner Technik im XXL-Format ein. Er ist markenbewusst und setzt auf Premiummarken. Das wird er auch nicht ändern, da ihm seine Technikwahl die Zuverlässigkeit beim Kunden garantiert. Bis heute war Reetz mehrfach in Marktoberdorf shoppen: Der Kundenstamm wächst an und damit auch der Fuhrpark. Zum kleinen Fendt gesellten sich bis heute noch ein 1050er, ein 933er und ein 826er. Alle mit Vollausstattung und in tannengrün. „Die Farbe ist schon zu einem Erkennungszeichen für den Agrarservice Rügen geworden“, berichtet der Lohnunternehmer, der damit auf Rügen und entlang der Küste Mecklenburg-Vorpommerns unterwegs ist. Wir fragen, ob auch die anderen Fahrzeuge umlackiert werden sollen. „Das Tannengrün bleibt exklusiv unseren Fendt Modellen vorbehalten, es soll ja nichts vermischt werden“, fügt Reetz schmunzelnd hinzu. Das gilt selbstverständlich auch für die pünktlich zu Erntebeginn gelieferte variable Rundballenpresse 4160 V. Den Ersteinsatz muss die Presse noch in Nature Green bestreiten, doch es ist bereits ein Werkstatttermin für die Lackierarbeit vereinbart. Schließlich soll sich der jüngste Spross farblich in die Fendt Familie einreihen.

Gülleausbringung mit Spurführung

Nach Aufstockung des Fuhrparks über den Winter stand im Frühjahr der Praxiseinsatz auf der Tagesordnung. Unter erschwerten Bedingungen. Auf den nassen Herbst 2017 folgte ein kaltes Frühjahr 2018, das seinen Höhepunkt mit Schneefall an Ostern erreichte. Weder Gülleausbringung noch Aussaat konnten wie geplant durchgeführt werden. Als es Ende April wärmer wurde, stapelten sich die Aufträge. Die beiden großen Allgäuer arbeiten bei der Gülleausbringung Hand in Hand. Der 933er fungiert als Zubringerfahrzeug für den 1050er, der vor einem Veenhuis-Güllefass hängt. Mit 30 m³ Gülle an Bord und einer Arbeitsbreite von 36 Metern können so zwischen 80 und 120 m³ pro Stunde ausgebracht werden. Hier zeigt die Fendt Variotronic dann ihre Berechtigung. Der genaue Anschluss bei der Gülleausbringung ist nur mit dem Spurführungssystem VarioGuide möglich. Das RTK-Signal, welches vom NovAtel-Empfänger aufgenommen wird, bringt den Gülleverteiler auf die richtige Spur.

Und auch der Fendt 720 Vario bekam im Ausnahmefrühjahr 2018 vermehrt Ausgang mit der 12-reihigen Maisdrille. Der Fendt 720 Vario zieht mit der Horsch Maestro schnurgerade Spuren auf dem Feld. Sowohl bei Sonnen- als auch bei Mondschein. Es war höchste Zeit, das Maissaatgut in den Boden zu bringen. Der Einsatz von SectionControl lohnt sich. Die Teilbreitenschaltung vermindert Doppelbefahrungen beim Einzelkornsäen, reduziert also die Saatgutmenge und zudem die Arbeitsbelastung des Fahrers. „Allein das überzeugt uns, dass sich die Investition in die Variotronic sehr schnell rechnet“, resümiert Reetz als Manager. Doch er lebt auch gerne noch den technikbegeisterten Landwirt mit seinem Traktor. Die Nachtschichten werden zur „Chefsache“. Er selbst will dazu beitragen, dass er mit den Herstellern zusammen die Technik weiter optimiert.

Alles einstellen, alles steuern, alles überwachen

VarioGuide lenkt den Schlepper mittels RTK-Signal immer auf die richtige Bahn, reduziert die Überlappungen als auch die Fehlstellen auf ein Minimum. Da auch in einem großen Flächenland nicht alle Schläge rechtwinklig sind, kann die automatische Teilbreitenschaltung SectionControl ihre Vorzüge bei der Steuerung der Säaggregate der Maisdrille ausleben. Mit SectionControl werden die Maiskörner punktgenau abgelegt – vollautomatisch, ohne manuelle Eingabe der Aussaatparameter, nur durch Kopplung des Anbaugeräts an die ISOBUS- Schnittstelle. Ob es bei den Arbeitsabläufen noch Optimierungspotenzial gibt, wird zunächst im Mitarbeiterkreis analysiert und dann an Hersteller weitergegeben. So arbeitet der Agrarservice Rügen Tag für Tag mit der tannengrünen Flotte.

Auf die Frage, warum es letztendlich vor eineinhalb Jahren ein Fendt geworden ist, zuckt Reetz die Schultern. „Heino, warum haben wir den 720er gekauft“, ruft er durch die Maschinenhalle. Die Antwort des Mitarbeiters kommt prompt: „Ganz einfach: Wer Fendt fährt, führt.“ Was bleibt dem Chef anderes übrig, als lachend zuzustimmen.

v. l.: Mitarbeiter und Fendt Fahrer Maik Bülow und Nico Rohde