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„Wir sagen immer: Ein Tag zu spät im Frühling ist ein Tag weniger Wachstum für die Kartoffeln im Herbst"

CP Farms, Kanada Barnwell - 512 Vario, 720 Vario, 828 Vario,
936 Vario,1050 Vario

„Wir sagen immer: Ein Tag zu spät im Frühling ist ein Tag weniger Wachstum für die Kartoffeln im Herbst"

12 MILLIONEN PORTIONEN POMMES

An den Ausläufern der Rocky Moun tains geht es im wahrsten Sinne rund zu. Pro Jahr produziert Familie Camps auf ihrem Betrieb CP Farms über 27.000 Tonnen Kartoffeln. Im Herzen der kanadischen Provinz Alberta be - wirtschaftet das Ehepaar Michel und Hanneke Camps über 1.400 Hektar Land.

„Wir können aus einem Hektar wirklich viele Pommes machen. Pro Hektar ernten wir durchschnittlich 52 Tonnen Kartoffeln, das sind rund 27.500 Portionen Pommes. Auf 530 der 1.400 Hektar bauen wir Kartoffeln an. Damit produzieren wir jedes Jahr über 12 Millionen Portionen Pommes“, erklärt der Landwirt Michel Camps. Bis zu 24.000 t Kartoffeln können in den belüfteten Kartoffellagern der Familie Camps gelagert werden. Das ist auch notwendig. Denn die Verarbeiter brauchen das ganze Jahr über Kartoffeln, können diese selber aber nicht einlagern. Also übernimmt CP Farms die Lagerung und regelmäßige Auslieferung.

"Ganz plötzlich waren wir im Kartoffelgeschäft und das hat sich als voller Erfolg herausgestellt"

Golfball oder Kartoffel? Vor der Lagerung sortieren Michel, Hanneke und ihre Angestellten die Kartoffeln per Hand. Täglich laufen min destens sechs Ladungen über ein Förderband. Dabei entspricht eine Ladung 30 t Kartoffeln, also insgesamt 180 t täglich. Das Aussortieren der Kartoffeln dauert, ist aber notwendig, da die Sortiermaschinen nicht alle fremden Gegenstände in der Ladung erkennen. Besonders häufig landen Golfbälle auf den Feldern in Stadtnähe und die werden nicht erkannt. Denn sie haben die gleiche Dichte wie Kartoffeln. „Es gibt viele schlechte Golfer hier in Süd Alberta“, scherzt Michel Camps. Michel und Hanneke Camps lernten sich auf einem Geflügelbetrieb in ihrer Heimat, den Niederlanden kennen. „Da wird man von Hühnern gejagt, gekratzt, ist hinterher müde und stinkt. Nicht gerade sehr romantisch“, scherzt Michel Camps über die Bedingungen. „Außerdem war Hanneke einfach besser als ich. Das hat mich gefuchst, aber ich dachte, die sollte ich festhalten.“ In ihrem Heimatland waren die Voraussetzungen für junge Landwirte nicht optimal, denn die Flächen waren rar und vor allem teuer. 2002 wagten die beiden deswegen den Schritt ins Ausland. „Ganz plötzlich waren wir im Kartoffelgeschäft und das hat sich als voller Erfolg herausgestellt“, erzählt Michel. Der Boden auf den Feldern der Camps besteht aus Sand und Lehm – ideal für Kartoffeln. Zusätzlich sind die wirtschaftlichen Voraussetzungen in Süd Alberta perfekt für den Kartoffelanbau, denn in den 1990er Jahren haben sich im Umkreis von 160 km drei große Betriebe zur Verarbeitung von Kartoffeln angesiedelt. Diese verarbeiten die Kartoffeln zu Pommes, um sie aus den Rocky Mountains in alle Welt zu versenden.

Aller Anfang ist schwer

„Wir hatten nicht viel Geld am Anfang, aber zwei Hände und Willenskraft“, erzählt Hanneke Camps. Über die letzten 20 Jahre hat das Ehepaar die Anbaufläche auf ihrem Betrieb verzehnfacht. Von 140 Hektar auf 1.400 Hektar. In dieser Zeit hat sich jedoch nicht nur die Größe ihres Betriebes geändert, sondern auch das Geschäftsmodell. Steigende Ausgaben auf dem Betrieb und sinkende Verbraucherpreise haben dazu geführt, dass die Camps umdenken mussten. Um die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten, setzten Michel und Hanneke auf Technologie und Innovation. Die beiden haben sich mit anderen Landwirten ausgetauscht und dabei neue Wege gefunden, die Inputkosten mit innovativen Methoden auszugleichen. Das hat Michel Camps veranlasst, vorhandenes Equipment selber weiter zu entwickeln. Mit seinem selbst konstruierten Gespann spart er beim Legen der Saatkartoffeln Geld und vor allem Zeit. Doch auch Smart Farming Lösungen wie Fendt VariableRateControl (VRC) helfen dem Betrieb, Kosten einzusparen.

Lockern, Legen, Düngen – in einem Schritt

Der im Frühjahr 2018 gekaufte Fendt 1050 Vario zieht das innovative Gespann durch die Felder. Nach einigem Basteln hat Michel es geschafft, zwei Anbaugeräte zu verbinden, damit die Feldbearbeitung und die Kartoffelpflanzung in einem Arbeitsgang erfolgen können. Dazu hat er hinter dem Traktor eine Zahnpackerwalze mit Dammfräse montiert, die den Boden auflockert und direkt Dämme formt. Mit Hilfe einer eigenen Konstruktion wurde die Kartoffellegemaschine hinter der Zahnpackerwalze angebaut. Die Eigenkonstruktion hat ein Schutzrohr, durch das die Hydraulikleitungen, die Kabel für die Kameras und die Elektronik sowie die Leitung für das Düngemittel laufen. Auf einem Reifenpacker sind vorne am Traktor zwei 1.700 Liter Fässer mit Flüssigdünger angebracht. Das Düngemittel wird über das eigens verlegte Rohr direkt zu den Düsen der Legemaschine geleitet. Das Gespann kann so in einem Arbeitsgang den Boden vorbereiten, die Kartoffeln legen und düngen. Eine große Hilfe hierbei ist vor allem die hohe Leistung des Fendt 1050 Vario. Denn die Dammfräse alleine benötigt 350 PS Leistung. Besonders gut gefällt Michel, dass die Maschine die herstellerübergreifende Funktion ISOBUS unterstützt und dass alle Funktionen beim Fendt 1050 Vario im Terminal programmiert werden können. „Haben wir das Feld bearbeitet, sind wir wirklich fertig mit allem“, sagt er. „Bevor wir die Arbeitsgänge zusammengelegt haben, waren Bodenvorbereitung und Pflanzung zwei verschiedene Arbeitsschritte. Mit der Verbindung haben wir enorm viel Zeit und vor allem auch Geld eingespart.“ Pro Hektar spart Michel Camps so 17,50 Dollar – bei 530 Hektar Kartoffeln lohnt sich das.

365 Tage Einsatzbereitschaft

Der Fendt 1050 Vario ist der stärkste Traktor der Familie Camps und zeichnet sich vor allem durch seine Vielseitigkeit aus. Er kann 365 Tage im Jahr eingesetzt werden, da er zum einen genügend Leistung für schwere Zugarbeiten hat und zum anderen sehr wendig ist, somit auch für leichte Arbeiten eingesetzt werden kann. „Der Transport ist dafür ein gutes Beispiel“, erzählt Michel. „Der Fendt 1050 Vario ist mit einer Druckluftbeschaf­­fungsanlage ausgestattet und läuft problemlos im Transport vor bis zu 35 Tonnen Gespannen – und das bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h. Das ist ein zusätzlicher Vorteil, wenn man Felder hat, die wie unsere weit voneinander entfernt sind.“ Besonders gut gefällt Michel auch das TMS (Traktor Management System). „Der Traktor bestimmt die Motordrehzahl und die Getriebeeinstellung. Damit fährt der Traktor immer am effizientesten und spart Kraftstoff.“

Je früher die Pflanzung, desto besser die Ernte

In der Ernte muss alles glatt laufen. Entscheidend dafür ist der Zeitpunkt der Aussaat. „Wir sagen immer: Ein Tag zu spät im Frühling ist ein Tag weniger Wachstum für die Kartoffeln im Herbst. Deswegen versuchen wir so früh wie möglich, wenn der Boden warm und trocken genug ist, zu pflanzen und die Kartoffelernte bis zum 10. Oktober zu beenden. Das ist normalerweise früh genug, um Frostschäden zu verhindern“, erzählt der Landwirt. In der Region kann aber im Frühling noch einmal Schnee fallen und die Planzung muss verschoben werden. „Das Wetter ist das einzige, was nicht kalkulierbar ist und das macht mir am meisten Sorgen“, erzählt Michel Camps. Neben den Kartoffeln werden auf dem Betrieb auch Zuckerrüben, Mais, Weizen und Luzerne angebaut. Damit von der Aussaat bis zur Ernte alles reibungslos läuft, sind fünf Fendt Traktoren im Einsatz. Dabei hat jeder Traktor ganz bestimmte Aufgaben. So läuft der Fendt 828 Vario ebenfalls vor einer Kartoffellegemaschine, während der Fendt 936 Vario mit einer Kurzscheibenegge die Felder für die anstehende Saison vorbereitet. Nach der Pflanzung ist der Fendt 720 Vario für das Häufeln der Dämme zuständig. Zusätzlich wird der 700er in der Weizenaussaat und der Zuckerrübenernte eingesetzt. Der Fendt 512 Vario ist der Kleinste im Bunde der Familie Camps. Er läuft in der Aussaat von Weizen, Zuckerrüben und Mais. Im Herbst zieht die Maschine ebenfalls einen Rübenroder.

Bodenbearbeitung in Alberta

In der Region Alberta werden typischerweise große Knicklenker oder Raupentraktoren für die Bodenbearbeitung genutzt. Diese Maschinen eignen sich sehr gut für schwere Zugarbeiten, sind aber nicht optimal für den Row Crop Einsatz oder im Transport.