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In dieser Gewichtsklasse braucht sich die 200er Baureihe von Fendt keineswegs zu verstecken.

Ausbildungs- und Kompetenzzentrum Strickhof, Schweiz - 211, 312, 716 Vario, 250S

In dieser Gewichtsklasse braucht sich die 200er Baureihe von Fendt keineswegs zu verstecken.

Mieten statt kaufen

Alle vier Jahre wechselt das Schweizer Ausbildungs- und Kompetenzzentrum Strickhof die Traktorenmarke der Hauptflotte. Aktuell heißt es für Ausbildende, Lernende und Teilnehmende von Weiterbildungen: Fendt fahren. Wir haben den Betrieb nahe Zürich besucht und können verraten: Schweizer Neutralität hin oder her, Sympathie gibt es für die Fendt Traktoren allemal!

„Der Alleskönner“ – so spricht Michael Möckli gerne von dem großen Kleinen. Besonders die Kompaktheit, Wendigkeit und Spritzigkeit der Maschine haben es dem stellvertretenden Feldbau- und Werkstattleiter angetan. Der Alleskönner, von dem Michael Möckli spricht, ist ein 111 PS starker Fendt 211 Vario. Vor zwei Jahren wurde der Kleintraktor zusammen mit einem Fendt 312 Vario und einem Fendt 716 Vario auf die älteste noch bestehende Landwirtschaftsschule der Schweiz geliefert, dem Strickhof. Seitdem sind die drei Traktoren für das Kompetenzzentrum im Einsatz, unterstützen im Feldbau, beim allgemeinen Betrieb und dienen als Lehrmaschinen.

Vier Standorte umfasst der Ausbildungs- und Versuchsbetrieb des staatlichen Kompetenzzentrums für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft. Die drei Fendt Traktoren werden vor allem auf dem Hauptstandort Lindau eingesetzt, wo auch der Großteil der 4.549 Lernenden und Teilnehmern von Weiterbildungen geschult wird. Neben den Verwaltungsgebäuden, dem Campus und dem Internat, verfügt der Standort über das neue innovative Nutztierzentrum „AgroVet-Strickhof “. Ein hochmodernes landwirtschaftliches Bildungs- und Forschungszentrum mit Milchvieh-, Mast- und weiteren Nutztierställen, das sowohl von Strickhof-Azubis als auch Studierenden der Universität Zürich oder ETH Zürich für Forschungs- und Bildungszwecke genutzt wird. Rund 45 Hektar Ackerland, 20 Hektar Grünland, eine vier Hektar große Obstanlage und ein Gemüsegarten machen den Strickhof Lindau zu einem idealen Ausbildungs- und Versuchsbetrieb. Und zu einem perfekten Einsatzort für die drei Varios.

Mehr als nur Traktoren

Die meisten Traktoren müssen vor allem drei Dinge tun: Ziehen, schieben, transportieren. So auch am Strickhof. Nur dass das Kompetenzzentrum vor allem einen Auftrag hat: lehren, bilden und informieren. Und so sind der kleine Fendt 211 Vario, der Allrounder Fendt 312 Vario und der kraftvolle Fendt 716 Vario auch Lern- und Anschauungsobjekte für Auszubildende, Lernende oder Tagungs- und Kursteilnehmer.

Was den Lernenden dabei entgegenkommt? „Ganz klar, das stufenlose Getriebe“, meint der Betriebsleiter für Feld- und Ackerbau, Robert Sonderegger. “Ich habe letztens mit einem Lehrling gemäht, und alles was er machen muss, ist die Maschine und Drehzahl einstellen“, sagt Robert Sonderegger. „Danach muss er nur noch den Fuß nach unten drücken und kann sich voll und ganz aufs Mähen konzentrieren.“

Stephan Berger von der Fachstelle Landtechnik und Unfallverhütung.

Auch Stephan Berger weiß die Fendt Traktoren zu schätzen, weil sie die Vielfalt an Technik von Maschinen und Fahrzeugen am Strickhof optimal ergänzen. Seit 11 Jahren ist er nun am Strickhof auf der Fachstelle Landtechnik und Unfallverhütung tätig. Als Ausbilder und Berater im Fach Landtechnik sieht er aber auch die Herausforderungen der innovativen Technik. „Das sind Hightech-Maschinen, die den Lernenden sorgfältig erklärt werden müssen“, sagt Berger. „Doch gerade bei den Traktoren müssen wir aufpassen, dass wir für die Lehrlinge nicht den Anschein erwecken, dass das der allgemeine und normale Stand der Technik ist.“ Und so finden bei Vorführungen und Kursen immer auch ältere Betriebsmaschinen ihren Weg aufs Feld.

Allround-Einsatz

Im normalen landwirtschaftlichen Betrieb des Strickhofs Lindau kommen hauptsächlich die drei Fendt Traktoren zum Einsatz. Mit 1.108 Betriebsstunden zählt der Fendt 211 Vario zu den am meisten eingesetzten Traktoren auf dem Strickhof. „In dieser Gewichtsklasse braucht sich die 200er Baureihe von Fendt keineswegs zu verstecken“, so Michael Möckli. „Ganz im Gegenteil, das stufenlose Getriebe, die Vorderachsfederung und die Druckluftbeschaffungsanlage waren damals bei unserem Auswahlverfahren in dieser Baugröße einzigartig.“ Knapp dahinter folgt der Fendt 312 Vario mit 926 Betriebsstunden. Er steht ebenfalls im vielseitigen Einsatz und wird meistens mit dem 3-Schar-Pflug, der Mähkombination, dem Miststreuer oder für Transportarbeiten genutzt. Für das Gülleführen, die Säkombination oder die Rübentransporte greift man dann gerne auf den Fendt 716 Vario zurück. Auch in der kleinen Schweiz braucht es manchmal eben die große Power.

Bewusst neutral

Welche Marke für vier Jahre die Hauptflotte am Strickhof stellen darf, wird von einem internen Auswahl-Gremium entschieden. Per Punktesystem wird in einem neutralen und aufwendigen Auswahlverfahren bestimmt, welche Maschinenmarke die Anforderungen des Betriebes für die nächsten vier Jahre am besten erfüllen kann. „Natürlich ist es eine Herausforderung, wenn die Traktoren immer wieder gewechselt werden“, erklärt Strickhof Direktor Ueli Voegeli. „Aber als Ausbildungsbetrieb sind wir auch der Neutralität verpflichtet und wollen unseren Schülern verschiedene Marken und die neuesten Technologien zeigen. Und das Neueste haben eben nicht immer die Gleichen.“ Und so heißt es auch in zwei Jahren für den Strickhof wieder „Mieten statt Kaufen“, um immer einen Teil der Schlepperflotte auf dem neuesten Stand der Technik zu haben.

Dass man als Ausbilder bei Lernenden trotzdem oft auf vorgefertigte Meinungen über einzelne Marken stößt, das weiß auch Michael Möckli. „Traktoren sind grundsätzlich eine sehr emotionale Geschichte“ sagt der Schweizer lachend. „Die meisten sind entweder für oder gegen eine Marke. Aber die Fendt Traktoren, die sind natürlich eher beliebt bei den Schülern.“

5 Fragen an Strickhof Direktor Ueli Voegeli

Herr Voegeli, was zeichnet den Strickhof aus?

„Wir haben eine lange Tradition und sind die älteste noch bestehende Landwirtschaftsschule in der Schweiz. Wir machen vieles schon von Anfang an, wie zum Beispiel die enge Vernetzung von Land- und Ernährungswirtschaft. Das macht uns in der Schweiz zum Marktführer in diesem Bereich.“

Welche Themen werden in Zukunft bei der Aus- und Weiterbildung von Landwirten an Bedeutung gewinnen?

„Ein Thema wird lernen, lehren und arbeiten im digitalen Raum sein. Das gilt natürlich nicht nur für die Landwirtschaft, aber hier wollen wir Vorreiter sein. Und Ressourceneffizienz ist ein großes Thema: Wie kann ich unter bestmöglicher Schonung von Wasser, Luft, Boden und Tierwohl wirtschaftlich Nahrungsmittel produzieren.“

Wo liegt heutzutage die größte Herausforderung für Junglandwirte?

„Eine der großen Herausforderungen liegt schon in der Berufswahl selbst: Was will ich? Wie viel will ich arbeiten? Was will ich verdienen? Dafür braucht man ein freieres Denken. Das ist nicht einfach, denn auch das Berufsbild des Landwirts ändert sich ständig. Früher musste man zum Beispiel ein guter Melker sein. Künftig muss man ein guter Datenmanager sein.“

Hat die Schweizer Landwirtschaft einen Nachwuchs- oder Führungskräftemangel?

„Ein Quantitätsproblem haben wir nicht. Wenn überhaupt haben wir ein Qualitätsproblem. Wir brauchen Leute, die wie Unternehmer denken in der Landwirtschaft. Und da haben wir einen Nachholbedarf. Aber das ist auch etwas eine Generationenfrage.“

Ihr Wunsch für die Schweizer Landwirtschaft?

„Im Moment gibt es eine kleinstrukturierte und staatlich stark gesteuerte Landwirtschaft in der Schweiz. Es sollte die Möglichkeit geben, dass sich Betriebe auch strukturell bewegen und sich mehr von dieser staatlichen Obhut lösen können.“