360-icon download left-arrow left-doublearrow nav-dot pdf-icon rss-icon search-icon spot-icon subnavi-icon close-icon info-icon

Fendt

kannte ich schon vom landwirtschaftlichen

Einsatz auf

dem elterlichen Betrieb.

Kay Ditzel, Erdbauunternehmer, Rhein-Main-Gebiet, Deutschland - 1050 Vario

Fendt

kannte ich schon vom landwirtschaftlichen

Einsatz auf

dem elterlichen Betrieb.

In der Ruhe liegt die Kraft

Das Spurführungssystem Fendt VarioGuide führt den Fendt 1050 Vario von Bauunternehmer Kay Ditzel fernab vom befestigten Weg: Bewusst und gewollt. Das Einsatzgebiet der weißen Flotte, zu dem auch der jüngste und stärkste Marktoberdorfer Traktor seit Mai zählt, ist der Erdbau im Gebiet rund um das Rhein-Main-Gebiet. Spur für Spur kämpft sich das Gespann aus Schlepper und Bodenstabilisierungsfräse zurück auf festen Boden.

Langsam geht es voran, sehr langsam. Meist dauert es einen ganzen Arbeitstag, bis der Traktor festen Grund unter den Rädern hat. Die Flächenleistung von 5.000 bis 15.000 m² am Tagesende spricht auf den ersten Blick nicht für sich. Doch der 1050er verrichtet in dieser Zeit Schwerstarbeit: 517 PS ziehen die Kalkfräse durch den unbefestigten Boden, sorgen dafür, dass ein Gemisch aus ungelöschtem Kalk und Zement bis zu 50 cm in den Boden eingearbeitet wird. Nach getaner Arbeit hinterlässt das Gespann eine befestigte Fläche für Industriebauten, Windparks, Sportplätze und natürlich den klassischen Straßen- und Wegebau. 1994 hat sich Kay Ditzel dazu entschlossen, neben dem landwirtschaftlichen Betrieb, das Bagger- und Erdbauunternehmen ins Leben zu rufen. „Eigentlich ein Hobby“, wie er schmunzelnd hinzufügt.

Heute arbeiten dort 20 festangestellte Mitarbeiter. Das Bauunternehmen Kay Ditzel hat sich auf schweren Erdbau, Abbrucharbeiten und Renaturierung spezialisiert. Zum Einsatz kommen vor allem Bagger, Raupen, LKWs und Fendt Traktoren. „Fendt kannte ich schon vom landwirtschaftlichen Einsatz auf dem elterlichen Betrieb. Wir haben dort sogar noch einen 3 S stehen. Die Zuverlässigkeit und der Service vor Ort waren die ausschlaggebenden Argumente, auch im Bauunternehmen auf die Technik aus Marktoberdorf zu setzen. Insgesamt sieben Fendt Vario, vom 800er bis zum 1000er, werden für den Materialtransport und die Erdverbesserung eingesetzt“, erläutert der engagierte Unternehmer.

Optisches Kennzeichen der Ditzel-Flotte: Alle Maschinen sind weiß lackiert, vom LKW bis zum Vario. Das hat einen einfachen Grund: Die Einsatzgebiete der Fendt Traktoren sind nicht die grünen Felder, NatureGreen ist nicht gefragt. „Auf den Baustellen staubt es viel. Trotz starker Verschmutzung wirken die Arbeitsgeräte nicht dreckig. Die weiße Flotte hat einen hohen Wiedererkennungsfaktor und ist die beste Werbung für das Unternehmen“, ist Ditzel von seinem Farbkonzept überzeugt.

Zentimeterarbeit spart mehrere 100 Euro

Im Frühjahr 2017 stand die Zugmaschine der Kalkfräse, ein Fendt 939 Vario, zum Austausch an. Bei der Suche nach einer Ersatzmaschine spielten drei Faktoren eine wichtige Rolle: Zeit, Verschleiß und Kraftstoff. Diese kosten bares Geld. Die Entscheidung ist schnell auf einen Vario der 1000er Serie gefallen. Dank des Niedrigdrehzahlkonzepts lässt sich die Fräse heute mit

1.300 U/min an der Zapfwelle fahren.


Im selbst durchgeführten Feldtest konnte Ditzel eine Kosten-ersparnis von 20 % im Vergleich zum 939er nachweisen, der für die gleiche Leistung rund 2.200 U/min an der Zapfwelle auf-bringen musste. „Das ist ein Quantensprung. Hier muss man zudem anmerken, dass wir mit den Kosten für den 939er schon sehr zufrieden waren“, so Ditzel zu seinen betriebswirtschaftlichen Kalkulationen. Spurführung auf der Baustelle ist nicht alltäglich. Auch bei Ditzel war es eher ein Zufall, dass VarioGuide nun im Unternehmen etabliert ist. Ein „ohne Spurführung“ ist heute, vier Monate später, nicht mehr vorstellbar.

"Überlappungen unter 15cm sind ohne Spurführung kaum möglich"

Steffen Brandtner, Fuse-Spezialist der RWZ Rhein-Main und Samuel Waas, Disponent und Fräsenführer

Das System ist so überzeugend, dass auch für die kommende Investition in das Zugfahrzeug des Kalkstreuers die Mehrkosten dafür fest eingeplant sind. „Hier spielt neben den Ausbringkosten des Kalkgemisches vor allem der Faktor Sicherheit auf der Baustelle eine entscheidende Rolle“, erklärt der Hesse mit Blick auf die vielen Arbeiter, die sich auf dem Bau bewegen. Der Vorführschlepper, der für einen Tag auf der Baustelle eingesetzt wurde, hatte das RTK von Trimble installiert. Samuel Waas, Disponent und Fräsenfahrer, war sofort von der Technik überzeugt. Antworten auf offene Fragen lieferte ihm Steffen Brandtner, Fuse-Spezialist der Raiffeisen Waren-Zentrale Rhein-Main eG (RWZ). Er kümmert sich dort um alles rund um das Fachgebiet Precision Farming: Beratung, Verkauf, Ersteinweisung und Problembehebung. „Das Arbeiten mit VarioGuide ist viel effizienter und sorgt für Arbeitskomfort“, erklärt Waas. Um den Boden tragfähig zu bekommen, muss auf den Punkt genau gearbeitet werden. Je länger der Arbeitsalltag, desto mehr lässt die Konzentration nach. Um das Arbeitsergebnis nicht zu gefährden, überlappen viele vorsichtshalber etwas mehr. Das wiederum treibt die Kosten in die Höhe.


Bei solchen Bodenstabilisierungsarbeiten ist Spurführung unverzichtbar.

Dazu stellt Waas eine einfache Beispielrechnung für das vor ihm liegende 7.000 m² große Flächenstück auf: Bei 100 m Bahnenlänge muss ich 0 Bahnen mit der 2,50 m breiten Fräse fahren. Um sicher zu gehen, dass der Untergrund durchgehend bearbeitet ist, wird eine Überlappung von zwei bis fünf Zentimeter angestrebt. Mit dem menschlichen Auge ist das nicht möglich. Zudem sind die Staubschwaden auf der Baustelle teils so groß, dass man am Vorgewende warten muss, bis sich die Sicht verbessert hat, um die Spur für die Rückfahrt zu finden. Da hat das dritte Auge des Trimble Receivers einfach schneller den Durchblick und lenkt das Gespann innerhalb kürzester Zeit zurück in die richtige Spur. „Überlappungen unter 15 cm sind ohne Spurführung kaum möglich“, erklärt der erfahrene Fahrer. So ergeben sich ohne VarioGuide insgesamt 3 m Arbeitsbreite, die doppelt bearbeitet werden. Das entspricht zwei zusätzlichen Bahnen, die am Tagesende mit 250 Euro für das reine Fräsen zu Buche schlagen. Geld, das heute eingespart wird. Für Waas ergeben sich weitere Vorteile: Nutzung der Kabine als Büro, um die Maschinenflotte zu disponieren; exakte Flächenberechnung für eine korrekte Abrechnung mit dem Auftraggeber; Konzentration auf das schwere Anbaugerät, um die Einstellung zu optimieren. Das alles passiert nebenbei ohne den Ablauf zu beeinflussen, denn der Vario zieht – langsam aber auf den Zentimeter genau – seine Bahnen ohne das Eingreifen von Waas.

VarioGuide macht das Fahren angenehm, auch bei monotoner Arbeit

Ob das System im Erdbau störungsfrei funktioniert? Diese Frage stellten sich Ditzel und Waas vor dem Ersteinsatz des Trimble RTK. Die Herausforderungen für das Spurführungssystem sind viel-fältig: Extreme Staubbelastung, minimale Fahrgeschwindigkeit, stark einwirkende Kräfte auf den Schlepper durch die Fräse. In der Praxis ist das alles kein Problem. Egal, ob VarioGuide in Stadtnähe oder auf dem platten Land eingesetzt wird, einen Ausfall des Systems hat das Unternehmen noch nicht erlebt. Der Trimble RTK Receiver empfängt das Signal für die exakte Traktorsteuerung auch beim Einsatz in der Staubwolke. Bedenken hatten die beiden Hessen zudem in puncto Fahrgeschwindigkeit. Im landwirtschaft-lichen Einsatz wird die Spurführung in der Regel für Arbeiten eingesetzt, die mit rund 8 km/h oder mehr erledigt werden. Bei der Bodenverbesserung im Erdbau schleicht der Fendt 1050 Vario mit 0,4 bis 1,3 km/h über die Fläche.

Das Ergebnis von VarioGuide überzeugt aber auch hier: +/- 2 cm wiederholbare Genauigkeit ist im Schneckentempo möglich. So wird der Fendt 1050 Vario jährlich rund 1.000 Betriebsstunden die Fräse ziehen. Weitere 500 Stunden fährt er mit bis zu 60 km/h über die Straßen im Umkreis von bis zu 250 km von Hanau. In der Ruhe liegt die Kraft – aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel.