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An diesem Trecker fehlt mir recht wenig.

Marc Itner, Mitarbeiter Blunk GmbH Rendswühren, Deutschland - 1050 Vario

An diesem Trecker fehlt mir recht wenig.

Full Pull

„An diesem Trecker fehlt mir recht wenig.“ Das sagt der Schleswig-Holsteiner Marc Itner. Er ist Fachkraft Agrarservice und fährt seit dem Frühjahr 2017 einen Fendt 1050 Vario. Wir haben ihn bei der Arbeit besucht.

Anfang September 2017 in der Nähe von Preetz in Schleswig-Holstein: Ich bin mit Marc Itner, Mitarbeiter von LU Blunk in Rendswühren, auf dem Feld verabredet. Gar nicht so einfach, hier den richtigen Schlepper zu finden. Denn an diesem Tag scheint ausnahmsweise einmal die Sonne in dem ansonsten verregneten Sommer in Schleswig- Holstein und es herrscht Hochkonjunktur auf den Äckern. Ich fahre an einigen Schleppern von LU Blunk vorbei, doch der richtige ist nicht dabei. Durch die vielen Knicks – das sind die typischen Wallhecken, die Schleswig-Holsteins Landschaft prägen – kann man nicht sehr weit sehen. Und ein Fendt 1050 Vario ist nun ja kein Kleintraktor, den man so schnell übersieht. Nach dreimaligem Telefonieren stehe ich endlich an der richtigen Fläche und höre hinter einem Hügel den Schlepper von Marc Itner brummen. Also Schuhe aus, Stiefel an und ab über den Acker.

6,2-m-Grubber hält gegen

„An das niedrige Drehzahlniveau muss man sich erst einmal gewöhnen“, erzählt mir Marc Itner, als ich zu ihm in die Kabine steige. Mit 1.200 U/min dreht der Motor und der Schlepper zieht den 6,2 m breiten Köckerling- Grubber mit knapp 10 km/h ca. 25 cm tief durch den lehmigen Boden. „Bevor wir den 1050 bekommen haben, hatten wir unterschiedliche Raupenschlepper und Knicklenker vor dem Grubber. Und wenn wir diese nicht zur Verfügung hatten, wurden rechts und links die beiden Verbreiterungen des Grubbers abgeschraubt und dann mit dem 360-PS-Schlepper auf 4,5 m Breite gegrubbert“, ergänzt er.

Den Luftdruck hat Marc Itner auf den Vorderreifen auf 1,5 und auf den Hinterreifen auf 1,2 bar heruntergelassen. Technisch würden die Reifen mehr zulassen. „1,2 bar ist in Ordnung. Tiefer gehen wir aber nicht, da wir bei Tests festgestellt haben, dass die Reifen auf den Felgen wandern, wenn der Schlepper im schweren Zug arbeitet. Auf der Vorderachse fahre ich mit etwas höherem Druck, da wir im Frontkraftheber ein 3,3 t Gewicht angehängt haben und ich die Reifen nicht überlasten möchte.“ An der Hinterachse sind rechts und links zwei Radgewichte mit jeweils 1,25 t montiert. „Insgesamt wiegt der Schlepper somit 20,7 t und zieht damit schon sehr gut. Auf der Straße darf ich damit allerdings keine 60 km/h mehr fahren“, schränkt Marc Itner ein. Die Traktoren der Firma Blunk sind durchaus auf 60 km/h zugelassen und diese Geschwindigkeit wird bei landwirtschaftlichen Auftraggebern auch ausgenutzt. „Der 1050 fährt sich sehr gut auf der Straße, besser als die kleineren Baureihen von Fendt. Lenkung und Federung sind gut aufeinander abgestimmt. Mit 1.300 U/min erreicht der Schlepper seine Endgeschwindigkeit. Das ist eine angenehme Sache. Durch sein Eigengewicht von etwas über 14 t ist der 1050er allerdings nicht gerade für Transportanwendungen prädestiniert.“

Beim Grubbern liegt der Verbrauch bei 70 bis 80 l Diesel pro Stunde. „Auf den Hektar umgerechnet landen wir bei ca. 15-16 l Diesel“, erklärt Marc Itner und fügt hinzu: „Die Größe des AdBlue-Tanks ist an den Dieselverbrauch angepasst. Das heißt, bei jedem Diesel-Tanken fülle ich auch AdBlue nach.“ Je nach Strecke fährt Marc Itner abends mit dem Gespann wieder zum Betrieb oder er lässt den 1050 Vario beim Kunden auf dem Betrieb stehen. Zum Tanken werden dann spezielle Fahrzeuge von LU Blunk in Rendswühren rausgeschickt. Immerhin passen 800 l Diesel in den Tank des Schleppers, hinzukommen 85 l AdBlue. „An einem ganz langen Tag schaffe ich es, den Tank leer zu fahren. In der Regel komme ich aber mit 600 l bis 650 l Diesel aus, wenn ich grubbere. Ich habe ja auch noch die Fahrten auf der Straße, in denen der Verbrauch natürlich längst nicht so hoch ist, wie unter Volllast vor dem Grubber“, sagt Marc Itner.

Im April 2017 wurde der Schlepper ausgeliefert. Anfang September zeigt der Zähler schon 750 h an. „Im Frühjahr habe ich damit bereits 700 ha Maisland gegrubbert. Danach lief der Schlepper vor unserer Forstfräse. Außerdem setzen wir ihn auf dem Silo zum Walzen ein. Da kommen schnell viele Stunden zusammen. Pro Jahr dürften es um die 1.500 h werden“, rechnet Marc Itner vor.

Jeder hat "seinen" Schlepper

Bei LU Blunk hat jeder Mitarbeiter seine feste Maschine. Da hat Marc Itner in dieser Saison das Glückslos gezogen, denn der 1050 Vario ist bisher der einzige auf dem Blunk-Standort in Rendswühren: „Jeder Stammfahrer hat seinen Schlepper und auch das dazugehörige Gerät, für das er dann verantwortlich ist.“ Jeder muss sich auch darum kümmern, dass die Maschinen rechtzeitig gewartet werden. „Ich gebe dem Meister in unserer Werkstatt rechtzeitig Bescheid, wenn der Service fällig wird. Was die Pflege der Maschinen angeht, so bin ich als Fahrer dafür zuständig.“


Bevor ein neuer Schlepper bestellt wird, werden die Mitarbeiter im Lohnunternehmen Blunk zu den Anforderungen, die sie an die Maschine stellen, befragt. „In der Regel ist es so, dass die Traktoren bei uns mit Vollausstattung bestellt werden. Wir können dann noch zusätzlich den Sitz auswählen. Ich zum Beispiel habe mich für einen Sitz mit dem alten Rücklehnen-System entschieden, weil ich den persönlich bequemer finde“, erklärt er und fügt noch hinzu: „Bevor wir uns für einen Schlepper entscheiden, testen wir ihn ausgiebig im Betrieb. Erst danach fällt bei uns die Entscheidung für oder gegen eine Maschine.“

Mehr Platz in der Kabine

Die Kabine des 1050ers ist im Vergleich zum 900er Vario etwas geräumiger und zumindest gefühlt leiser, was wohl auch mit dem Niedrigdrehzahlkonzept des Motors zusammenhängt, meint er: „Der Schlepper ist insgesamt zwar etwas größer. Die Übersichtlichkeit ist aber trotz der massiven Motorhaube ähnlich wie beim 900er.“ Auch die Anzahl der Ablageflächen sei aus Sicht des LU Mitarbeiters ausreichend: „Das serienmäßige Kühlfach ist allerdings für uns LU-Fahrer, die gerne mal einen ganzen Tag unterwegs sind und erst Abends zurück auf den Betrieb kommen, etwas unterdimensioniert. Meine Kollegen und ich montieren uns deshalb auf der rechten Seite eine große Kühlbox auf dem Kabinenboden.“

Gut gefällt ihm am neuen Schlepper auch die automatische Regelung der Antriebsachsen. „Ich muss das Allrad nicht mehr zuschalten. Der Schlepper regelt automatisch das Drehmoment an beiden Achsen und verschiebt es variabel. Das ist sehr komfortabel. Die Umschaltung zwischen den beiden Gruppen, wie bei den kleineren Vario- Baureihen, entfällt ebenfalls“, erklärt er.

Die Verschleißteile des Grubbers und das notwendige Werkzeug transportiert der Fahrer in einer Kiste auf dem Grubber. „Wir haben viele Frontgewichte der Traktoren mit größeren Werkzeugkisten nachgerüstet. Darin haben wir dann ausreichend Platz für die wichtigsten Materialien und Werkzeuge, die wir im täglichen Einsatz benötigen“, fügt Marc Itner hinzu.

Direkt nach dem Grubbern wird an diesem Tag eine Zwischenfrucht mit einer 6-m-Drillmaschine – gezogen von einem 936er Fendt – gesät. Die beiden Gespanne sind von ihrer Leistung her gut aufeinander abgestimmt, meint Marc Itner: „Ich bin mit dem Grubber einen kleinen Tick schneller, sodass wir uns auf den Flächen nicht ins Gehege kommen.“

In der Regel ist er alleine mit seinem 500-PS-Schlepper auf den Flächen in Ostholstein unterwegs und das findet er auch gut so: „Mir gefällt es, dass ich mir die Arbeit soweit allein einteilen kann. Ich richte mir die Flächen so ein, wie ich sie am besten bearbeiten kann und muss dabei auf keinen Rücksicht nehmen. Dadurch schaffe ich natürlich auch mehr.“ Über Funk und Mobiltelefon ist er aber natürlich immer mit den Kollegen verbunden.

Seit 2014 Fachkraft Agrarservice

2011 hat der heute 25-Jährige die Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice im Lohnunternehmen Blunk begonnen. Nach dem Abschluss wurde er übernommen. „Ich komme aus einem knapp 10 km von Rendswühren entfernten Dorf und hab als Jugendlicher häufig auf den landwirtschaftlichen Betrieben im Ort ausgeholfen. Die Arbeit mit den Tieren hat mir jedoch nicht so sehr gefallen. Deshalb habe ich mich dazu entschieden, die Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice zu machen. Und das war genau richtig für mich“, ist Marc Itner überzeugt. Die Ausbildungsplätze im Lohnunternehmen Blunk sind beliebt. Entsprechend hat er sich vor der Bewerbung auf einen der Plätze erst einmal mehrere Praktika im Betrieb absolviert. „Das war insofern von Vorteil, als das ich den Betrieb und die Mitarbeiter kennengelernt habe und außerdem ein Bild über die Anforderungen, die an einen Mitarbeiter im Lohnunternehmen gestellt werden, bekommen habe“, blickt Marc Itner zurück. An seinem Job gefällt ihm am besten die Abwechslung, erklärt er abschließend „Es kommt natürlich vor, dass ich drei, vier Wochen ausschließlich grubbern muss. Dann aber sind die Bedingungen immer unterschiedlich. Darüber hinaus wechseln die Arbeiten ja auch immer wieder. Nach dem Grubbern werde ich den Schlepper dann zum Silowalzen umbauen. Danach kommt dann die Rübenernte dran. Da werde ich dann aber die Rübenmaus fahren.“

Quelle: LU-Spezial Dezember 2017, Beckmann Verlag, Großschlepper für Lohnunternehmer, Sonderausgabe für Fendt