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Wir mussten nicht umdenken, denn die Bedienung des Häckslers funktioniert ähnlich wie die der Schlepper.

Benjamin Enslein, Lohnunternehmer aus Bayern, Deutschland - Fendt 1050 Vario, Katana 65

Wir mussten nicht umdenken, denn die Bedienung des Häckslers funktioniert ähnlich wie die der Schlepper.

Bis zur letzten Schraube

Lohnunternehmer Enslein häckselt Gras und Mais mit dem Katana von Fendt. Während der Ernte hat er uns die Besonderheiten der Maschine gezeigt und erklärt, wie er es schafft, die beste Qualität aus der Maschine herauszuholen.

Bewaldete Hügel wechseln sich mit offenem Grünland und Ackerflächen ab. Der Mais ist auf mancher Fläche bereits gehäckselt, auf anderen Flächen steht er noch meterhoch. Derart malerisch präsentiert sich die Oberpfalz östlich von Bayreuth. Dort ist das Lohnunternehmen Enslein ansässig, das der Betriebsleiter vor zwölf Jahren gegründet hat. Nach Abschluss seines Agrarstudiums in Weihenstephan und Praxissemestern war für ihn klar: Ich gründe mein eigenes Lohnunternehmen. Stück für Stück wuchs der Betrieb und vergrößerte sich vor vier Jahren nochmal, als ein anderer Lohnunternehmer seine Arbeiten reduzierte. LU Enslein nutzte das Angebot und übernahm Maschinen und Kunden des Kollegen. Heute zählen überwiegend Milchviehbetriebe zu seinen landwirtschaftlichen Kunden und er erklärt „Wir haben bis zu 80 Kunden, was natürlich sehr viel Organisation meinerseits erfordert. Andererseits bin ich so weniger abhängig, als wenn ich nur für einen Großkunden tätig wäre. Wenn es diesem schlecht ginge, würde man dies direkt an der eigenen Auftragslage merken.“ Die meisten der Enslein-Kunden sind im Umkreis von etwa 20 km zu finden. Zum Teil arbeitet er auch für weiter entfernte Betriebe: „Aber dann nur, wenn persönlicher Kontakt besteht, zum Beispiel, weil wir uns im Studium kennengelernt haben.“

Endspurt

Es geht auf das Ende der Häckselsaison zu. Die Silos der Kunden sind aufgrund der hohen Erträge in diesem Jahr bereits gut gefüllt. „Eigentlich sind wir hier viel früher fertig. Das Häckseln konnten wir im September starten, aber aufgrund des Regens musste die Ernte zwei Wochen unterbrochen werden, bevor es jetzt wieder losgeht.“ Der erste Kunde an diesem Tag hat einen 3-ha-Maisschlag, direkt an der Bundesstraße gelegen. Die Fläche befindet sich auf 600 m ü.NN. und ist von dichtem Hochnebel eingehüllt. „Ich hoffe, wir können überhaupt problemlos auf der Fläche häckseln“, sagt LU Enslein anfangs etwas besorgt. „Der Nebel ist nicht das Problem, aber die Böden sind immer noch recht feucht. Außerdem sollten wir bei der Abfuhr darauf achten, die Straße nicht zu verschmutzen. Die Abfuhrkette organisiert der Kunde übrigens selbst. Wir stellen lediglich den Häcksler. Es ist hier üblich, dass die Kunden selbst viel mithelfen. Doch wir bieten alle Dienstleistungen rund um das Häckseln, den Transport und das Walzen an. Wir sind mit bis zu drei Häckselkolonnen im Einsatz. Die Abfuhr erledigen wir mit diversen Tandem- und Tridem Gespannen. Für eine gute Verdichtung auf dem Silo walzen wir dort mit unserem 1050er Fendt.“

Langsam beginnt sein Häcksler, ein Katana von Fendt, die ersten Reihen des Schlags zu häckseln. Die Reifen greifen ohne Probleme. Das Abfuhrgespann fährt ebenfalls ohne Probleme los und schon fallen die ersten Maispflanzen. Die Kolben der Pflanzen sind gut ausgebildet, Schäden durch den Maiszünsler halten sich in Grenzen, und LU Enslein schätzt den Ertrag auf etwa 50 t/ha. Ein größeres Problem als der Zünsler sind jedoch Wildschweine. „Auf manchen Schlägen machen die alles kaputt, und auch während der Häcksler durch die Reihen fährt, sieht man die ein oder andere freie Fläche. Dort haben die Wildschweine ganze Arbeit geleistet und es ist nichts mehr vom Mais übrig, bis auf ein paar zertretene, welke Stängel am Boden.

Ohne Ausfall

2012 hat Lohnunternehmer Enslein seinen ersten Katana gekauft. Damals fiel die Entscheidung, neben dem Holzhacken, welches das Lohnunternehmen anbietet, auch in das Häckselgeschäft einzusteigen. Andere Häcksler-Marken waren bereits in Lohnunternehmen der Region vorhanden, und LU Enslein wollte sich bewusst davon absetzen. Außerdem fährt er selbst nur Fendt-Schlepper und ist mit der Qualität zufrieden. „Wir mussten nicht umdenken, denn die Bedienung des Häckslers funktioniert ähnlich wie die der Schlepper.“ Der Fahrkomfort sei ebenfalls besser durch die gefederte Hinterachse. „Außerdem ist es mir sehr wichtig, dass die Maschine läuft – wir haben in der ganzen Saison, im Gras, GPS und im Mais, noch keinen einzigen Ausfall gehabt! Bei der Häckselqualität lege ich großen Wert darauf, dass die Körner nicht nur angeritzt, sondern gut aufgeschlossen sind. Ganze Körner sollten gar nicht vorkommen. Im Katana sind sechs Vorpresswalzen verbaut, was sich gut auf die Häckselqualität auswirkt. Übrigens häckseln wir meist auf 7 mm, da wir fast nur für Milchviehbetriebe häckseln. Das soll aber gerne der Landwirt entscheiden. Meine Fahrer klären das vor dem Arbeitsbeginn direkt mit ihm.“

Auf gute Nachbarschaft


Ohnehin läuft im Lohnunternehmen noch viel über persönliche Kommunikation. Von der unpersönlichen Auftragsvermittlung per Tablet hält LU Enslein nicht viel. „Vieles kann ich besser im Gespräch klären. Da bin ich eher konservativ. So kann ich meinen Kunden auch erklären, worauf ich Wert lege.“

Dazu gehört, neben guter Arbeit, auch die Akzeptanz in der Bevölkerung und ein gutes Betriebsklima. Dahinter steckt jedoch einiges an Arbeit, wie er erklärt: „Gutes Image ist sehr wichtig. Die Leute sollen wissen, was passiert und warum die Schlepper jetzt ausgerechnet am Wohnhaus vorbeifahren müssen. So etwas funktioniert am besten über persönliche Gespräche. Ich habe zwei Kinder. Der Kontakt zu anderen Kindern und deren Eltern sogt bereits für eine Menge Aufklärung. Sind die Kinder begeistert, sind es auch die Eltern.“

Verschmutzte Straßen und Nachtarbeit seien mitunter unvermeidbar, aber sollten seiner Meinung nach die Ausnahme bleiben. „Das hat man als Lohnunternehmer selbst im Griff“, sagt er und setzt dies auch bei seinen Kunden durch. Seine Mitarbeiter führen übrigens ein Zeitkonto, das sich während der Ernte füllt und im Frühjahr abgebaut werden kann. Eines ist ihm außerdem sehr wichtig: „Alle meine Maschinen sollten stets in bestem Zustand sein. Dazu gehört, dass sie gereinigt und voll funktionsfähig beim Kunden ankommen.“

Dass diese Abmachung zwischen den Mitarbeitern und ihm funktioniert, demonstriert Häckslerfahrer Sebastian, nachdem der Mais zwar weiterhin im Nebel, aber ansonsten ohne Probleme gehäckselt hat und die Maschine wieder auf dem Betriebsgelände steht. Kurz entfernt er den gröbsten Dreck und säubert alle kritischen Stellen mit Druckluft. „Jetzt haben wir etwas Pause, bevor es ab Mittag mit dem Grashäckseln weitergeht“, sagt Fahrer Sebastian.

Von A bis Z

Als der erste Katana im Juni 2012 bei LU Enslein ankam, setzte der Lohnunternehmer ihn zunächst in der Grasernte ein. „Zur Maisernte war dann klar, was die Maschine kann und wir wussten, wie die Technik funktioniert“, erklärt LU Enslein. Mittlerweile laufen drei Maschinen im Unternehmen. „Wir fahren mit zwei 65er Katana aus 2015 mit V8-Motoren von Mercedes. Der andere ist eine S4-Maschine aus 2016. Jede Maschine kommt auf etwa 600 h pro Jahr. Uns ist wichtig, dass wir die Maschine auf uns anpassen. Diese Einstellungen können mitunter von den Herstellerangaben abweichen, aber wir haben viele Stunden mit dem Katana verbracht, sodass wir den Häcksler von A bis Z kennen. Insbesondere unser Werkstattmeister Florian kennt die Maschinen bis zur letzten Schraube. Wenn man weiß, worauf zu achten ist, dann lässt sich noch mehr Qualität aus der Maschine herausholen.“

Beim Neukauf schließt das Unternehmen übrigens eine Maschinenbruchversicherung ab. Die Häcksler bleiben meist für vier Jahre, bevor sie gegen Neuere ausgetauscht werden. Es gehört ein Stück zur Philosophie des Lohnunternehmens, immer mit den neuesten und besten Maschinen beim Kunden arbeiten zu können.

Abwechslungsreiches Gelände

Der Kunde, der am Nachmittag auf den Einsatz von LU Enslein wartet, ist der Nachbarlandwirt. Seine Flächen liegen daher unmittelbar neben dem Betriebsstandort. Pünktlich zur Mittagszeit reißt der Himmel auf, und die zuvor noch feuchten Flächen können weiter abtrocknen. Während der Landwirt die letzten Flächen mäht, schwadet Mitarbeiter Florian sie. Fahrer Sebastian steigt zurück auf den Häcksler und beginnt mit der Arbeit. Diese Zusammenarbeit funktioniert reibungslos, und so wird der letzte Schnitt schnell eingefahren. „Wir konnten in diesem Jahr fünf Schnitte ernten“, erklärt der Lohnunternehmer. „Obwohl die Bedingungen nicht immer einfach waren, konnten wir eine gute Ernte einfahren. Auf diesen Schlägen geht die Arbeit dann besonders zügig voran, denn mit ungefähr 11 ha ist dieses Grünland außergewöhnlich groß. Die meisten Schläge sind zwischen 2 und 3 ha groß.“

Neben Acker und Grünland ist die Landschaft von Wald geprägt. Dazu passend laufen außerdem zwei Holzhacker im Lohnunternehmen, mit denen LU Enslein für bis zu 200 Privatkunden, aber auch Heizkraftwerke Holz hackt. Die neuere Maschine kann Stämme von maximal 0,90×1,20 m zerkleinern. Dementsprechend viel Power muss der Schlepper haben, der die Maschine antreibt. LU Enslein setzt dazu einen 1050er Fendt ein. „Ich glaube fest daran, dass sich gute Arbeit bei den Kunden durchsetzt und daher setzen wir auf schlagkräftige, leistungsstarke Maschinen.“

Zum Abschluss der Saison heißt es im Lohnunternehmen Enslein dann wieder: säubern, warten und reparieren. „Poliert werden allerdings nur die Häcksler, denn die bleiben garantiert bis zur nächsten Ernte in den Hallen“, so LU Enslein abschließend.

Quelle: LU-Spezial Dezember 2017, Beckmann Verlag, Großschlepper für Lohnunternehmer, Sonderausgabe für Fendt