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Wir sehen uns als Fullline-Dienstleister im grünen Bereich.

Benedikt Ley GmbH, Bichl in Bayern, Deutschland - 800, 939, 1050 Vario

Wir sehen uns als Fullline-Dienstleister im grünen Bereich.

Erfolgreich auf dem "Holzweg"

Benedikt Ley hat etliche Großtraktoren auf seinem Hof stehen, bis hin zum Fendt 1050 Vario mit 500 PS. Er benötigt die hohe Traktorleistung aber nicht für die klassische Arbeit auf dem Feld. Sein Häcksler hackt Holz und kein Mais und seine Fräse zertrümmert Steine und keinen Ackerboden.

Obwohl in seiner Heimat Oberbayern jede Menge Gras wächst, hat Benedikt Ley mit Gras und Grünfutter nur sehr wenig zu tun. Wer die Benedikt Ley GmbH am Firmensitz im bayerischen Bichl besucht, blickt in Richtung Süden auf eines ihrer Arbeitsgebiete. Hügel und Berge mit dichtem Waldbesatz. Die Aufträge der Benedikt Ley GmbH finden häufig in einem dieser Wälder im Süden Bayerns und in Österreich statt. „Wir sehen uns als Fullline-Dienstleister im grünen Bereich. Das beginnt bei der Erschließung von Wäldern, wir bauen Waldstraßen, hacken und transportieren Holz und betreuen Holzheizanlagen“, schildert der 34-jährige Chef.

Wer hätte das gedacht? In vielen Bergwäldern fehlt es noch deutlich an Infrastruktur. Benedikt Ley berichtet von Kunden mit mehreren hundert Hektar Waldeigentum, von dem teilweise lediglich 50 % des Waldes überhaupt erreichbar sind. Eine große Herausforderung,

wenn Borkenkäfer oder Sturm in diesem Wald zu Schäden führen. Erst muss der Weg im Wald entstehen, bevor überhaupt eine forstwirtschaftliche Bewirtschaftung erfolgen kann. Diese Wegebaumaßnahmen – so Benedikt Ley – seien im Freistaat Bayern aus gutem Grund stark subventioniert. Erst ein bewirtschafteter Wald sei in der Lage, die Schutzfunktion vor Lawinen oder Hochwasser zu erfüllen. Auftraggeber für derartige Wegebaumaßnahmen sind die Kommunen zusammen mit den betroffenen Landwirten. Also beginnt seine Dienstleistung im Forst oft mit dem Wegebau.

Dann folgt die Holzernte am Steilhang, teilweise mit Handfällungen und Rodungen für Skipisten oder anderen Baumaßnahmen. Der größere Bereich folgt dann mit Erzeugung und Handel von Hackschnitzeln, als Handelsware oder in Form von Wärmeeinheiten. An die Dienstleistung rund um die Holzhackschnitzel schließt sich die Landschaftspflege an, wie Mäharbeiten an Böschungen, Autobahnen, in Biotopen oder großen Feuchtflächen. Für die Stadt München mäht das Team der Benedikt Ley GmbH viele große Ausgleichsflächen, Böschungen und Biotopflächen. Im Winter wird dann vornehmlich die Gehölzpflege an Autobahnen und Straßen erledigt. Der Landschaftsbau mit der Erstellung von Ausgleichsflächen und Außenanlagen rundet das Angebotsportfolio der Benedikt Ley GmbH ab. Ley schildert nicht ohne Stolz, dass er und sein Team in den letzten zwei Jahren auch für den FC Bayern Grünanlagen erstellt haben; das ist sicher eine gute Referenz.

500 PS vor dem Steinbrecher

Die Erschließung eines Bergwaldes mit Wegen beginnt durch die Auszeichnung der Strecke. Dabei müssen spezielle Kurvenradien, Wegbreiten und Steigungen eingehalten werden. Das Einhalten dieser Rahmenbedingungen sei eine der Voraussetzungen für den Auftraggeber, um staatliche Förderungen zu erhalten, erklärt Benedikt Ley. Dieser Wegebau findet in Bayern und Tirol kontinuierlich statt und wird bis zur Baumgrenze, also bis rund 1.800 Höhenmeter durchgeführt. Entsprechend endet diese Arbeit mit dem ersten Schneefall und beginnt oft erst wieder im Mai. Bei der Benedikt Ley GmbH sind für den Wegebau Spezialisten zuständig. Im Team sind Forsttechniker, Forstingenieure, einige gelernte Forstwirte und angelernte Fachkräfte. Neben dem reinen Fachwissen ist für diese Arbeit sehr schweres Gerät nötig. Zu einer solchen Kolonne gehören in der Regel drei bis vier Lkw, ein Bagger, ein Traktor mit Steinbrecher, ein Traktor mit Anbaugräder und ein Plattenverdichter. Zwei bis drei Kolonnen sind im Sommer nur für diese Arbeit im Einsatz. Den Transport des anfallenden oder benötigten zerkleinerten Materials erledigen bei Ley Lkw, aber auch Großtraktoren wie die Fendt 800 Vario und 900 Vario mit Mulde.

„Oft versuchen wir vor Ort, das Gestein für den Wegebau zu zerkleinern. Das Gestein kommt teilweise aus Felssprengungen, aber auch aus nahegelegenen Bächen, in denen sich zu viel Geröll angesammelt hat“, schildert Ley. Dieses Material wird dann für die neuen Wege verbaut. Dabei geht es nicht selten um Mengen von mehreren Tausend Kubikmetern Kies und je geringer die Transportentfernungen, desto schneller ist der Weg fertig. Er berichtet allerdings auch vom Bau eines 3 km langen Weges. Der dauerte durch den Unwillen des Wetters zwei Jahre. „Das sind Projekte, da stecken Nerven von mir und den Fahrern drin“, ergänzt er. Der Unterbau der Wege besteht meist aus grobem Gestein. Die dann folgende wassergebundene Deckschicht muss fein genug sein, um mit Lkw oder Pkw befahrbar zu sein. Dazu kommt die Steinfräse zum Einsatz, die das Material auf eine Größe von 0 bis 22 mm zertrümmert. Diese Fräse erfordert hohe Antriebsleistungen, bei der Benedikt Ley GmbH erledigt das der Fendt 900 Vario oder neuerdings auch der 1050 Vario. Wie sieht es mit dem Wettbewerb und der Kundentreue in diesem Arbeitsfeld aus? Der Wettbewerbsdruck durch LU-Kollegen sei in diesem Bereich zwar vorhanden, aber bei Weitem nicht zu vergleichen mit der Konkurrenz beim Maishäckseln, meint Benedikt Ley. „Die Kunden für den Wegebau kommen durch Weiterempfehlungen, durch gezielte Werbung zum Beispiel in Almbauernzeitungen und durch unsere Präsenz auf regionalen Ausstellungen. Außerdem laden wir gern gezielt Entscheider vor Ort zu Wegebaumaßnahmen ein“, erklärt Ley.

400 m³ Holzhacken pro Tag

Wenn die Infrastruktur im Wald steht, kommt die Hackerkolonne zum Zuge. Die Benedikt Ley GmbH hackt mit einem Jenz- Hacker 593Z, angetrieben vom Fendt 1050 Vario, in Ausnahmefällen auch mal von dem 939 Vario. In der Regel kauft Ley Holz auf und hackt es für die eigene Verwendung bzw. für den Handel. In den letzten 15 Jahren hat er einen Kundenstamm aufgebaut, meist größere Waldbesitzer, deren Restholz er bezieht. Die Waldbesitzer machen in Eigenregie den Holzeinschlag – die Baumkronen und das Energieholz kauft die Benedikt Ley GmbH. Des Weiteren wird Pflegeholz von Autobahnmeistereien und Wasserwirtschaftsämtern gekauft oder Holz aus Rodungen (zum Beispiel beim Bau von Leitungstrassen) verarbeitet. Das System ist so ausgelegt, dass der Hacker der Benedikt LeyGmbH immer zu 100 % ausgelastet ist. Zusätzliche Mengen werden durch Partnerunternehmen ausgeführt. Der Abtransport wird von eigenen Lkw – vier Containerzügen und einem Schubboden – erledigt.

Gehackt werden an einem 8-Stunden- Tag im Regelfall rund 10 Container, also 350 bis 400 m³ Hackschnitzel. Theoretisch könnte der Hacker an einem solchen Tag locker 2.000 m³ hacken, jedoch verhindern die Rüstzeit und die erschwerte Abfuhrlogistik im Berggebiet einen solchen Durchsatz. Benedikt Ley nennt ein Beispiel: Im Flachland werde mit Sattelzügen gefahren, mit einer
Zuladung von 27 t. Im Gebirge jedoch muss mit Solofahrzeugen gefahren werden, welche eine Nutzlast von maximal 12 t haben.
Derzeit ist die Benedikt Ley GmbH dabei, mit seinen Lieferanten die Holzlager mit GPS-Daten zu verorten, die dann über das
Tablet an die Lkw-Fahrer übermittelt werden, ähnlich wie bei der Rübenabfuhrlogistik. Der Aufwand schwankt je nach Kunde und
nach Art des Holzpolters.

Wärmeverkauf als Geschäft

Ein Drittel seiner Hackschnitzel verkauft die Benedikt Ley GmbH auf Basis von Wärmeeinheiten. Die GmbH hat verschiedene Kunden, mit denen sie Verträge zur Wärmelieferung abgeschlossen hat: von der Lieferung der Hackschnitzel bis zur Entsorgung der Asche mit Abrechnung über den Wärmezähler. „Ein Megawatt Wärme zu verkaufen macht mehr Spaß als eine Tonne Hackschnitzel“, betont er. Ein Grund sei die geringere Austauschbarkeit, denn das Know-how für die professionelle Steuerung und Betreuung der Heizanlagen könne nicht jeder leisten. „Wir sorgen dafür, dass es beim Kunden nie kalt wird.“ Kunden sind in dem Fall Gewerbetreibende, Landwirte, aber auch Kommunen bzw. Stadtwerke. „Die Abrechnung nach Wärmeeinheiten hat für beide Seiten den Vorteil, dass sich gute Holzqualitäten positiv auf das Betriebsergebnis auswirken. Je höher der Energiegehalt in den Hackschnitzeln ist und je besser der Qualität, umso weniger Brennmaterial und Asche muss transportiert werden, erklärt Ley. Ist die Entsorgung der Asche ein Problem? Die Filterasche gehe auf die Deponie, erklärt er und die Kesselasche werde je nach Analyseergebnis entweder als Dünger verwertet oder auch auf die Deponie gefahren. Aber die Verwertung werde schwieriger und mit mehr Auflagen belegt, merkt er an.

Mehr Hub, mehr Leistung

Warum einen traktorbetriebenen Hacker und kein Lkw-Hacker? Seine Antwort: „Mir war es immer wichtig, Standardmaschinen einzusetzen. Der Schlepper wie auch der Hacker sind Standardmaschinen, also auch schnell vermarktet. Ein Lkw-Hacker ist jeder für sich ein Unikat und aus meiner Sicht problematischer zu vermarkten. Außerdem halte ich die Einsatzsicherheit dieses Traktor-Gespanns für höher als beim Lkw-Hacker.“ Weitere Argumente pro Traktor-Hacker sei ein oft unwegsames Gelände. Dort wäre der Lkw oft chancenlos. In den letzten Jahren gibt es einen deutlichen Überfluss an Hackmaterial. Auch derzeit ist der Holzmarkt extrem unter Angebotsdruck. Benedikt Ley, Lohnunternehmer Drei seiner Traktoren sind geeignet, den Hacker anzutreiben: Bisher waren das zwei Fendt 939 Vario, seit Frühjahr 2017 ist das vorwiegend der 1050 Vario. Vor dem Hacker ist nicht nur hohe Antriebsleistung nötig, sondern auch Durchhaltevermögen. Im Jahr kommen allein vor seinem Hacker rund 2.000 Traktorstunden zusammen

Der Komfort auf dem Traktor für den Fahrer habe vom 939 zum 1050 zugenommen, erzählt Günter Wandt. Er ist seit sechs Jahren Mitarbeiter bei der Benedikt Ley GmbH und fährt Traktor wie auch Lkw. Sein Arbeitsplatz ist auch der 1050 vor dem Jenz-Hacker. Der Hacker, erzählt er, werde beim 1050 Vario meist mit nur 1.300 U/min angetrieben, also 500 U/ min weniger als beim 939 Vario. Das reduziere den Geräuschpegel merklich. Außerdem berichtet er von einem geringeren Dieselverbrauch von rund 4 bis 5 Liter pro Stunde und das summiere sich im Jahr auf immerhin 10.000 Liter. Er ist durchaus voll des Lobes, denn auch die Fahrstabilität auf der Straße habe beim 1050 Vario einen Sprung nach vorn gemacht. Verbesserungsfähig sei allerdings noch die Klimatisierung der Kabine, jedenfalls werde es bei dieser stehenden Arbeit vor dem Hacker schon reichlich warm und an manchen Stellen sogar heiß.

Sein Chef Benedikt Ley berichtet heute von anfänglich großen Bedenken, ob denn solch ein Großschlepper mit gut 500 PS seinen deutlich höheren Preis auch wert sei. Heute ist er sicher, dass der 1050 Vario mit seinem MAN-Motor mit 12,4 l Hubraum vor dem Hacker und vor der Steinfräse besser geeignet ist als der 939 Vario. Zeigt sich das auch an Durchsatzleistung beim Holzhacken? Benedikt Ley nennt Zahlen: „Wir erreichen jetzt rund 10 bis 12 Prozent mehr Durchsatzleistung in Tonnen oder Kubikmeter.

Früher hatten wir mit dem 939 Vario einen Mischverbrauch von 26 Liter/h, heute liegen wir bei 22 Litern.“Die reinen Außenmaße vom 1050 Vario könnten allerdings für den Einsatz im Wald etwas geringer sein, meint er schmunzelnd. Auf dem Acker seien die Maße egal. Entsprechend seines Einsatzes im Wald hat er sich für eine 750er Bereifung entschieden. Sollte der 1050 Vario auf dem Acker eingesetzt werden, hält Ley für diese Leistungsklasse um die 500 PS eine Doppelbereifung ohnehin für besser als einen 900er Reifen.

Profis auf beiden Seiten

Der Holzhacker beschäftigt meist um die drei bis vier Lkw, die den Abtransport erledigen. Die Lkw beschicken zu 70 % direkt die Heizanlagen, ansonsten gehen die Schnitzel in ein Zentrallager. Bei mehreren Feuerungsanlagen ist die Benedikt Ley GmbH als Komplett-Dienstleister, also für alles verantwortlich. Diese Anlagen werden ständig überwacht, bspw. der Befüllstand des Lagers oder wann die nächste Lieferung nötig ist. Das geschieht teilweise über Kameras oder den Kontakt zu den Heizwarten. Die ganz großen Kunden, an die 20.000 bis 30.000 m³ pro Jahr geliefert werden, sind in der Regel keine exklusiven Kunden, sondern werden auch von anderen Lieferanten bedient. Das sind große Heizwerke in Österreich, die bis zu 15 Lkw-Ladungen pro Tag verheizen. Diese Anlagen takten genau, wer wie viele Fuhren am Tag liefert und bewerten ihre Lieferanten auch nach der Lieferzuverlässigkeit. Keiner der Hackschnitzel-Lieferanten hat mehr als 20 % Lieferanteil. „Ein strenger, aber sehr professioneller Umgang.“ betont Benedikt Ley.

Abgerechnet wird bei den Anlagen nach absolut trockener Tonnage. Jede Fuhre geht über die Waage, es werden Proben gezogen und im Dörrofen bei 105 Grad 24 Stunden getrocknet. Bei den Hackschnitzeln variieren die Feuchtegehalte von 20 bis 55 %. Die Benedikt Ley GmbH wiederum zahlt seine Lieferanten nach Kubikmeter, wobei die Feuchte und Qualität von den Förstern vor Ort beurteilt wird. Die Kosten auf seiner Seite liegen zur Hälfte beim Hacken und zur anderen Hälfte beim Transport. Der recht hohe Transportanteil hat seinen Grund darin, weil derzeit die Hackschnitzel bis zu 120 km transportiert werden.

„In den letzten Jahren gibt es einen deutlichen Überfluss an Hackmaterial. Auch derzeit ist der Holzmarkt extrem unter Angebotsdruck. Zum Beispiel durch das Unwetter im Landkreis Passau im August und weil Schäden durch den Borkenkäfer nach wie vor bedeutend sind“, schildert Ley. Entsprechend groß sei das Angebot. Hinzu kommen die milden Winter mit wenig Wärmeabnahme und zugleich hoher Holznachlieferung aus dem Hochgebirge. Diese Mengen stünden bei harten Wintern mit hohem Schneeaufkommen nicht zur Verfügung. Gibt es einen Trend zu mehr Holzheizanlagen im Süden? Benedikt Ley berichtet von einigen überzeugten Bürgermeistern, die auch heute noch auf regional erzeugtes CO2-neutrales Brennmaterial, wie Holz, setzen. Aber die niedrigen Öl- und Gaspreise würden aktuell vielerorts die Holzheizungen ausbremsen.

Quelle: LU-Spezial Dezember 2017, Beckmann Verlag, Großschlepper für Lohnunternehmer, Sonderausgabe für Fendt