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Wir haben einen Stammkunden auf Mallorca, der seine Ware selbst abholt.
Verena Dünnebacke, Betreiberin einer Tannenbaumplantage im Sauerland, Deutschland - 415, 820 Vario
Wir haben einen Stammkunden auf Mallorca, der seine Ware selbst abholt.

O Tannenbaum

Die Heimat der Nordmanntanne reicht vom Kaukasus über Georgien bis in den Nordosten der Türkei. „Sie ist in Deutschland der beliebteste Weihnachtsbaum“, weiß Verena Dünnebacke aus Erfahrung. Mit ihrer Familie baut die Sauerländerin hauptsächlich Nordmanntannen an. Und die Nachfrage steigt. Allein in Deutschland werden auch dieses Jahr wieder zwischen 23 bis 25 Millionen Weihnachtsbäume verkauft.

Tannenbäume soweit das Auge reicht. Die Plantagen beginnen rechts neben dem Gehöft der Dünnebacke- Strugholtz GbR in Effeln und reichen bis an den Rand des Hochwaldes. Rund 6.000 Jungbäume werden im Alter von drei bis vier Jahren auf einen Hektar gepflanzt. „Geerntet wird ab dem 5. Standjahr. Wie viele es jährlich sind, ist abhängig vom Alter und der Qualität der Bäume. Letztere kann zum Beispiel durch die Saatgutherkunft und den Standort variieren“, schildert Verena Dünnebacke, während sie über den breiten Hof geht. Vorbei an dem links stehenden, weiß verputzten Wohnhaus, dem sich anschließenden Bürogebäude, durch die Scheune, direkt auf eine arrondierte Weihnachtsbaumplantage. Aus ihrer Westentasche ragen rote, weiße, blaue und violette Papierstreifen. Mit ihnen etikettiert die junge Frau die Nordmanntannen. Die Farben stehen für Größe und Qualität und damit letztlich für den Preis eines jeden Baumes.

Jetzt am späten Vormittag, wenn ihre zweijährige Tochter Anna schläft, nutzt die junge Mutter die Zeit zum Arbeiten. Ihr Mann, Peter Strugholtz jr., kontrolliert währenddessen die Baumbestände, die ab Mitte November mit modernster Technik geerntet werden. Verena Dünnebacke erbte von ihrem Vater den Weihnachtsbaumbetrieb in Niedermarpe im Hochsauerlandkreis und Strugholtz jun. übernahm das elterliche land- und forstwirtschaftliche Unternehmen in Anröchte/Effeln im Kreis Soest. Gemeinsam bauen sie nun auf über 100 ha überwiegend eigener Anbaufläche vor allem Nordmanntannen und einige Hektar Blau- und Rotfichten an. Neben den Weihnachtsbäumen gehören auch rund 100 ha Forst sowie 30 ha Getreideflächen zur Betriebsstruktur.

„Ich wollte nie etwas anderes werden!“

Das alles erfordert eine ausgezeichnete Organisation. Nach der Kennzeichnung der Bäume hat Verena Dünnebacke heute noch eine Menge im Büro zu tun. Sie regelt den Verkauf, gewissenhaft und mit Ruhe. Der Kunde ist König. „Seit Jahren haben wir beispielsweise einen Stammkunden auf Mallorca, der seine Ware selbst abholt“, berichtet sie. Genau das ist es, was die Fachfrau an ihrer Arbeit fasziniert. Sie ist interessant und abwechslungsreich. „Ich wollte nie etwas anderes werden“, lacht die Betriebsmitinhaberin. Und sie weiß, über was sie spricht: Die Sauerländerin wurde von klein auf mit der Produktion von Weihnachtsbäumen im elterlichen Betrieb konfrontiert. Darum besuchte sie das Benediktiner-Gymnasium in Meschede. Und deshalb absolvierte sie ein duales Studium zur Industriekauffrau und Betriebswirtin an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Lippstadt. Und die Jungunternehmerin hat noch viel vor. Die Arbeitsabläufe im Betrieb sollen weiter optimiert werden. Einerseits, um Kosten zu sparen, andererseits, damit die Bäume noch schöner, gleichmäßiger wachsen.

Startklar für den Weihnachtsmarathon

Während sie sich mit der Kundenbetreuung beschäftigt, ist Tochter Anna bei ihren Großeltern, Christel und Peter Strugholtz sen., und saust gerade mit einem Fendt Tretschlepper über den Hof. Verena Dünnebacke ist froh, dass sie sowohl von den Eltern Strugholtz als auch von ihrer Mutter tatkräftig unterstützt wird. „Nur in einem guten Zusammenspiel innerhalb der Familie ist es möglich, einen so umfassenden Betrieb an zwei Standorten zu managen“, erklärt die junge Frau. Weiterbildungen, Infoveranstaltungen – auch die gehören zu ihrem Job. Doch nicht nur Annas Tretschlepper hat auf dem großen Hof Platz. Zwei Fendt Traktoren stehen dort blitzblank geputzt und startklar für den Weihnachtsmarathon. Während der Fendt 820 Vario und der Fendt 415 Vario sonst hauptsächlich für Pflege- und Pflanzarbeiten auf den Plantagen eingesetzt werden, leisten sie in der Erntesaison Transport- und Ladearbeiten. Wesentliche Vorteile sind dabei die Wendigkeit, die stufenlose Regulierung und die Wirtschaftlichkeit der leistungsstarken Fendt Schlepper.

Zwischen den Tannen wird ein relativ breiter Abstand von 1,10 m gelassen. Dadurch haben die Tannen genug Platz, um gleichmäßig nach alle Seiten zu wachsen.
Die Weihnachtsbäume werden mit Hilfe einer Palettiermaschine versandfertig gemacht. Je nach Größe der Weihnachtsbäume passen ca. 100 Stück auf eine Palette.

Lange Tradition im Sauerland

Feierabend hat Verena Dünnebacke noch lange nicht. Nach der Büroarbeit macht sich die Betriebswirtin auf den Weg nach Niedermarpe, wo sie aufgewachsen ist. Das Dörfchen zwischen Meschede und Olpe besteht aus zwölf Häusern, die überwiegend im Fachwerkstil gehalten sind. Mittendrin liegt das Anwesen der Dünnebackes. Ein großer Hof mit Scheunen und Nebengebäuden. Die hofeigene Kapelle, die man über die Hauptstraße und die kleine Marpe-Brücke erreicht, stammt aus dem Jahr 1680. Sie springt aus dem Auto und begrüßt die Bauarbeiter, die gerade das Wohnhaus umbauen. Rasch bespricht sie mit ihnen einige Details. Auch ihre 72-jährige Mutter, Luzie Dünnebacke, kommt hinzu, um Abläufe der nächsten Tage zu klären. Ihr Vater, Wilhelm Dünnebacke, der bereits 1999 verstarb, begann in den 1960er Jahren Weihnachtsbäume anzubauen. Eine lange Tradition.

Das Sauerland ist das größte zusammenhängende Anbaugebiet von Weihnachtsbäumen in Deutschland. Das hängt vor allem mit den nährstoffarmen Böden und der hügeligen Topografie zusammen. Doch nun muss sich Verena Dünnebacke beeilen. Denn am Abend ist sie zur Jagd verabredet. Schon mit 17 Jahren machte sie den Jugendjagdschein. „Zu unserem Hof gehört eine Eigenjagd. Dem wollte ich gerecht werden“, erinnert sich die Jägerin, während sie die Jagdsachen aus dem Haus holt. Gemeinsam mit ihrem Mann geht es heute noch zum Ansitz. „So arbeiten wir nicht nur zusammen, sondern haben auch ein gemeinsames Hobby“, freut sie sich.

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Die Großeltern Christel und Peter Strugholtz sen. mit Enkeltochter Anna (Mitte).

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    Die Großeltern Christel und Peter Strugholtz sen. mit Enkeltochter Anna (Mitte).

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    Die Jagd gehört neben dem Orgel spielen und dem Singen im Chor zu ihren Hobbys.

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    Alle drei schaffen den nötigen Ausgleich zum Alltag.

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    Gute Partner in Sachen Technik sind der Landtechnikhändler Willi Betten aus Büren bei Paderborn (links) und Fendt Werksbeauftragter für Westfalen, Dirk Fraune (rechts). Die Betten KG kann auf eine lange Historie mit Fendt zurückblicken.

Tatkräftige Unterstützung der Eltern

Wenn am 24. Dezember die letzten Bäume verkauft sind, treffen sich die Verkäufer auf dem Hof in Niedermarpe und werden von Verena Dünnebacke und ihrem Mann in Empfang genommen. Zu dieser Zeit warten bereits ihre Schwiegereltern und Anna in Effeln mit dem Weihnachtsessen auf sie. „Auf diese gemeinsame Zeit freuen wir uns“, kommentiert sie. Die Anforderungen an ein junges, modernes Familienunternehmen sind heutzutage groß. Wachsende Bürokratie und Reglementierungen des Pflanzenschutzmitteleinsatzes erhöhen den Arbeitsaufwand. Nur mit der tatkräftigen Unterstützung der Eltern beider Seiten ist es möglich, dass der Weihnachtsbaumanbau in Anröchte/Effeln und Niedermarpe gut funktioniert und den Inhabern außerdem Zeit für Familienleben und Hobbys bleibt.