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Wir haben Tage, da wird der Schlepper nicht kalt.
Wolfgang Freimoser & Dietmar Schürholz, Bauunternehmer und Geschäftsführer, Deutschland - 516, 828 Vario
Wir haben Tage, da wird der Schlepper nicht kalt.

Schwierige Mission am Königssee

Eine atemberaubende Postkartenidylle erlebt, wer mit einem der Elektroboote der Bayerischen Seenschifffahrt von der Seelände in Schönau lautlos hinübergleitet an die gut drei Kilometer entfernte Anlegestelle St. Bartholomä, am anderen Ende des Königssees. Nur gut fünf Quadratkilometer groß, aber weit mehr als sieben Kilometer lang, ist der See, an dessen Ufern schroffe Felswände Hunderte von Metern dem weißblauen bayerischen Himmel entgegenstreben. Obwohl das Wasser glasklar ist – der Königssee gilt als eines der saubersten Gewässer Deutschlands – kann man den Grund nur an wenigen Stellen sehen. So steil nämlich, wie die Felswände aus dem Wasser in die Höhe streben, so steil gehen sie auch in die Tiefe: 190 Meter würde ein Stein zum Grund sinken, würde man ihn an der tiefsten Stelle ins Wasser werfen.

Im Herbst 2015 rücken in dieser Idylle die Bautrupps mit schwerem Gerät an, um einige Hundert Meter entfernt vom Anlegesteg in Sankt Bartholomä eine Trafostation und einen Antennenmast für den BOS-Funk zu errichten. BOS ist ein eigenes Funknetz, das Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben vorbehalten ist. Mit dem Ausbau des Funknetzes im Nationalpark wird sichergestellt, dass man auch von den entlegensten Winkeln im Notfall Hilfe rufen kann. Eine Voraussetzung dafür war es, zunächst das Stromnetz über Sankt Bartholomä bis ans südliche Ende des Königssees zu erweitern. Um das Kabel zu verlegen, setzte man eine Spülbohrung vom Ufer etwa 120 Meter hinaus in den See.

Der Ruhpoldinger Unternehmer Wolfgang Freimoser plante den Bau und engagierte seinen Fachkollegen Dietmar Schürholz von MayerTrans. Zum Aufschütten des Bodens für die drei Tonnen schwere Trafostation brauchte man jede Menge Kies. Zwölf Tonnen lud Dietmar Schürholz auf den Hänger, der von seinem Fendt 516 Vario nach St. Bartholomä gebracht wurde. Dorthin gibt es freilich weder Weg noch Straße. Deshalb musste man das Gespann ebenso wie die Lkw samt Trafostation übers Wasser an ihren Bestimmungsort bringen. Es war ein aufwendiges und ziemlich abenteuerliches Unterfangen:

Der 53-Jährige Wolfgang Freimoser organisierte in Hamburg eine vierteilige Pontonfähre mit rund 200 Tonnen Tragkraft, auf der man die beiden Lastwagen und den Fendt Traktor gemeinsam über den See transportieren wollte. Zwölf Schwertransporte waren nötig, um die Pontonteile quer durch Deutschland in den Nationalpark zu bringen.

Vor dem Fahrzeugtransport über den See jedoch, wurde von der Fähre aus ein 3150 Meter langes und 31 Tonnen schweres Seekabel auf dem Grund des fjordartigen Gewässers verlegt. Speziell ausgebildete Experten der Nordseetaucher aus Hamburg und ein Team von Seekabel-Verlegern aus Schottland begleiteten die Arbeiten.

3150 m Kabel in 24 Std. auf den Seegrund verlegt

„Nur kein Sturm!“ – das war der sehnlichste Wunsch des Teams um Wolfgang Freimoser. Als nämlich vor fünf Jahren dort das erste Seekabel verlegt worden war, brachte ein nächtlicher Sturm das Kabel zum Kippen. Aber Petrus war dem Verlegeteam diesmal wohlgesonnen und binnen 24 Stunden war das Kabel an seinem Bestimmungsort.

An einem nebelverhangenen Freitagvormittag sollte der spektakulärste Teil des Vorhabens stattfinden: der Transport der Trafostation und der beiden Fahrzeuge auf der Fähre nach Sankt Bartholomä. Rund ein halbes Dutzend Mitarbeiter der Bayernwerk AG war mit seinem knallroten Trafo-Express aus Pfaffenhofen an der Ilm an die Anlegestelle bei der Bob- und Rodelrennbahn gekommen. Ein mit Kies beladener Lkw aus Bernau am Chiemsee, und Dietmar Schürholz mit seinem Fendt und weiteren zwölf Tonnen Kies auf dem Hänger, standen ebenfalls parat. Es
war Millimeterarbeit und die Fähre neigte sich bedenklich, als der Kieslaster als erstes im Schneckentempo auf das schwankende Ponton fuhr. Eine Stunde später stand auch der Trafo-Express drauf. Nun stellte sich jedoch heraus, dass für das Gespann mit dem Fendt 516 Vario kein Platz mehr auf der Fähre war. Weil die Überfahrt rund drei Stunden dauert und auch die Rückfahrt einige Zeit in Anspruch nimmt, war an eine Passage noch am gleichen Tag nicht mehr zu denken. Erst am darauffolgenden Mittwoch wurde der Fendt samt Hänger nach St. Bartholomä geschifft.

Fast immer, wenn Bauarbeiten im unwegsamen Gelände anstehen, greift Wolfgang Freimoser auf Dietmar Schürholz und seine Fendt Schlepper zurück. Das war beim Bau des Ruhpoldinger Biathlonstadions, der Chiemgau-Arena, nicht anders als beim Aufstellen der BOS-Masten am Untersberg bei Ruhpolding, auf dem Jenner und der Reiteralm im Berchtesgadener Land, auf der Kneifelspitze, am Wendelstein…

„Ohne zuverlässige Partner können wir solche Projekte nicht angehen“, betont Freimoser. Der gelernte Elektromeister hat mit seiner Firma BBT (Beschneiungs-und Beleuchtungstechnik) schon Dutzende spektakuläre Projekte verwirklicht. Entgegen den Vorgaben der Planer hat er bei der Erschließung des Geländes für die Chiemgau-Arena seinerzeit durchgesetzt, dass alle Stromkabel auch mit Glasfaser ausgestattet werden. Ohne diese Technik ginge heute gar nichts mehr.

Breites Einsatzspektrum in schwierigem Gelände

Aber kann man von so spektakulären Einsätzen wie am Königssee leben, wollen wir von Dietmar Schürholz wissen. „Natürlich nicht!“, entgegnet der 48-Jährige und zählt das Einsatzspektrum seiner Fendt Traktoren auf: Im Sommer werden sie vor allem beim Bau und Erhalt von Forstwegen eingesetzt und beim Verbau von Wildbächen. Im Winter geht es täglich um halb vier in der Früh los, wenn die Maschinen im Auftrag der Kommunen zum Räum- und Streudienst ausrücken. „Wir haben Tage, da wird der Schlepper nicht kalt.“

Seitdem Schürholz im Jahr 2001 mit zwei weiteren Gesellschaftern die Firma MayerTrans gegründet hat, gehören neben drei Lastwagen und fünf Großgeräten zwei Fendt Traktoren zum Gerätepark des 17-Mann-Unternehmens. Der erste war ein Fendt 380 GT Turbo, der neueste ist ein Fendt 828 Vario. Von der 800er Serie schwärmt Schürholz: „Das ist ein Quantensprung. Die 60 km/h Spitze sind für uns ein Riesenvorteil.“ Fünf Jahre und rund 10.000 Betriebsstunden sind die Schlepper bei MayerTrans im Einsatz, ehe sie ersetzt werden. „Die Gebrauchtmaschinen sind bei den Landwirten gefragt und tun dort noch viele Jahre ihren Dienst“, berichtet Schürholz.

„Mit Fendt wollen wir unseren Fahrern etwas Gutes tun“, erklärt Schürholz seine Entscheidung für die Marke. „Die verbringen im Jahr 2.000 Stunden auf dem Bock. Da ist es wichtig, wenn sie ein Gerät mit optimalem Bedien- und Fahrkomfort haben.“ Das Gesamtpaket einschließlich der Serviceleistungen bei der BayWa in Traunstein sei unschlagbar. Die Mitbewerber hätten zwar aufgeholt, „aber alles andere ist halt kein Fendt.“

Und Wolfgang Freimoser ergänzt, dass für ihn kein anderer Partner infrage komme als MayerTrans, wenn man schwieriges Gerät in unwegsamem Gelände unter extremsten Bedingungen von A nach B bringen müsse, wie das zum Beispiel beim Bau von Flutlichtmasten und Beschneiungsanlagen die Regel ist.